Der Kirchenkreis Rotenburg

So ist Kirche hier im Kirchenkreis Rotenburg. Das macht sie. Dazu ist sie in unserer Welt nützlich und notwendig. Das sind die Menschen, die sich hier engagieren. Das sind ihre Erfahrungen, Ideen und Ziele. Und immer wieder wird deutlich: In dieser Kirche ist Platz, um selbst dabei zu sein, mitzuerleben und auch mitzugestalten.

Neues Präventionsangebot des Diakonischen Werks

Das Diakonische Werk im Kirchenkreis Rotenburg weitet sein Präventionsangebot aus. In Kooperation mit dem Verein für Sozialmedizin, Suchtberatungsstelle Rotenburg, hat die Evangelische Lebensberatungsstelle jetzt drei Babypuppen angeschafft, die sie für die Aufklärung über die Gefahren von Drogen- und Alkoholkonsum während der Schwangerschaft und frühen Elternzeit, und über Gefahren von Gewalt gegen Kleinstkinder einsetzen möchte.

„Man kann sehr viel erzählen, aber wenn man diese Puppen sieht und anfasst, beeindruckt das viel mehr“, sagt Natalie Müller. Sie arbeitet in der Schwangeren- und Schwangerschaftskonfliktberatung des Diakonischen Werks Rotenburg und hatte die Idee zu dem Projekt „Prävention in Schwangerschaft und früher Elternzeit“.

Ein Babymodell zeigt die typischen körperlichen Fehlbildungen eines Neugeborenen, das während der Schwangerschaft Alkoholmissbrauch ausgesetzt war. Es ist es sehr dünn, hat einen vergleichsweise kleinen Kopfumfang und besondere Merkmale beispielsweise im Gesicht, den Augen und Ohren. Das zweite Babymodell zeigt ein drogengeschädigtes Kind. Auch dieses Kind ist sehr klein und es kann zusätzlich ein typisches Körperzittern und schrilles Schreien simulieren. Die dritte Puppe hat die Körpermerkmale eines gesunden Babys. Das Besondere an ihr ist ein durchsichtiger Kopf. Mit seiner Hilfe kann sichtbar gemacht werden, wie schwer Gehirnschädigungen durch das Schütteln eines Babys sein können. „400 Babys sterben jedes Jahr an Schütteltrauma. Viel mehr werden dauerhaft geschädigt“, sagt Müller.

„Wer diese drei Babypuppen gesehen und im Arm gehabt hat, vergisst das nicht so schnell. Das ist sehr einprägsam“, ist sich Katrin Bleichwehl von der Suchtberatungsstelle Rotenburg des Vereins für Sozialmedizin sicher. Sie und die Beraterinnen vom Diakonischen Werk bieten an, mit diesen Babysimulatoren in Schulen, Heime oder Jugendzentren zu kommen, um mit jungen Leuten vor Ort zu arbeiten. Viele Schulen in Rotenburg kennen Babypuppen, die normale Lebensfunktionen simulieren können. Sie setzen sie ein, um Schülern den Umgang mit Babys in so genannten Elternpraktika erfahrbar zu machen. „Da können unsere Puppen eine sinnvolle Ergänzung sein“, sagt Müller. Ihre Kollegin Nadine Nierhaus kann das nur bestätigen. Auch sie arbeitet in der Schwangeren- und Schwangerschaftskonfliktberatung des Diakonischen Werks in Rotenburg und macht immer wieder die Erfahrung, dass Frauen die Zusammenhänge auch zwischen Zigarettenkonsum und geschädigten Babys nicht kennen. „Ich höre immer wieder den Satz: Ich habe nicht gewusst, dass Rauchen mein Kind so schädigen kann“, sagt Nierhaus.

 

 

DATUM

10. Juli 2014

AUTOR

Anette Meyer
BILDER (1)
Halten die Arbeit mit den realistisch wirkenden Puppen für sehr eindrücklich: Natalie Müller (von links), Katrin Bleichwehl und Nadine Nierhaus.
Halten die Arbeit mit den realistisch wirkenden Puppen für sehr eindrücklich: Natalie Müller (von links), Katrin Bleichwehl und Nadine Nierhaus.
Halten die Arbeit mit den realistisch wirkenden Puppen für sehr eindrücklich: Natalie Müller (von links), Katrin Bleichwehl und Nadine Nierhaus.

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Natalie Müller

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