Der Kirchenkreis Rotenburg

So ist Kirche hier im Kirchenkreis Rotenburg. Das macht sie. Dazu ist sie in unserer Welt nützlich und notwendig. Das sind die Menschen, die sich hier engagieren. Das sind ihre Erfahrungen, Ideen und Ziele. Und immer wieder wird deutlich: In dieser Kirche ist Platz, um selbst dabei zu sein, mitzuerleben und auch mitzugestalten.

Kirchenkreistag: "Ein bewegtes Jahr"

In seinem wohl letzten Ephoralbericht als Superintendent im Kirchenkreis Rotenburg zog Hans-Peter Daub eine positive Bilanz des vergangenen Jahres, das mit 19 Verabschiedungen und Begrüßungen von Hauptamtlichen ein bewegtes Jahr gewesen sei. Daub wird demnächst auf eigenen Wunsch von seinen Aufgaben freigestellt, weil er sich um das Amt des Landrats im Kreis Rotenburg bewirbt, und scheidet im Laufe des Jahres aus seinem Amt aus. Zwischendurch wird er zwar noch einmal die Geschäfte übernehmen, ob er dann aber noch einen Ephoralbericht abgeben muss, ist nicht sicher.

Insofern dankte der Vorsitzende des Kirchenkreistages, Hartmut Ladwig, dem Chef des Kirchenkreises für seinen Beitrag in dem Gremium. „Du hast immer dafür gesorgt, dass inhaltliche Diskussionen geführt werden konnten, ohne dass es dabei zu Spaltungen gekommen ist.“ Mit Wein und Schokolade unterstrich er seinen Dank.

Daub zeigte sich sehr erfreut, dass es gelungen ist, sämtliche Vakanzen in verhältnismäßig kurzer Zeit wiederzubesetzen. Viele Wechsel seien dadurch begründet gewesen, dass sich für die Amtsinhaber an anderer Stelle echte Chancen aufgetan hätten, andere seien schlicht dem Erreichen der Altersgrenze geschuldet gewesen. „Nur in der Stadt Rotenburg hat die tickende Uhr der Stellenplanung für etwas Hektik gesorgt. Am Ende ist aber alles bestens aufgegangen“, so Daub.

Ein wesentlicher Fortschritt sei der Relaunch der Internetseite des Kirchenkreises gewesen. Außerdem werde intensiv an der weiteren Verbesserung der öffentlichen Wahrnehmung des Kirchenkreises gearbeitet.

Eine Erfolgsgeschichte sei auch der Kindertagesstättenverband, der mit einer pädagogischen und einer betriebswirtschaftlichen Expertin sehr professionell arbeite, ohne dass die Einbindung der Kindergärten in den Gemeinden verlorengegangen sei.

Nicht ganz so euphorisch berichtete der Superintendent von der Arbeit im Kirchenkreisverband. Da habe es durch eine Vakanz erhebliche Stockungen gegeben. Jetzt solle der Kirchenkreis Osterholz in das gemeinsame Haus in Verden einziehen, dann stehe die Einführung der Doppik an. „Von unserem Ziel, nicht nur organisatorisch, sondern auch inhaltlich voneinander zu lernen, sind wir noch etwas entfernt“, gab Daub zu.

Außerdem ging er in seinem Bericht auf verschiedene Themen wie Gebäudemanagement und Klimaschutz sowie die Umsetzung von Innovationen in der Gemeindeleitung ein. Einen inhaltlichen Schwerpunkt bildeten seine Ausführungen zum Thema Reformation und Politik, das von der Landeskirche 2014 in den Mittelpunkt der Vorbereitungen auf das Jubiläumsjahr der Reformation 2017 gerückt wurde. Daub, der selbst den Wechsel von der Kirchenleitung in die Politik anstrebt, ging auf die heute gängige Vorstellung ein, dass sich Politik und Religion in zwei unterschiedlichen und voneinander abgeschlossenen Bereichen abspielen. „Die Frage kann aber nicht sein, ob Religion Einfluss auf die Politik ausübt, denn es ist klar, dass auch Christinnen und Christen die Gesellschaft mitgestalten. Entscheidend ist die Frage, wie sie das tun. Und dabei spielt ihre innere Überzeugung eine wichtige Rolle“, sagt der Superintendent. Die Landeskirche veranstaltet in diesem Jahr eine ganz Reihe Veranstaltungen, Kongresse und Aktivitäten zu dem Thema. Macht und Glaube, Obrigkeit und Mündigkeit – darüber soll eine breite Diskussion in Kirche und Gesellschaft angestoßen werden.

 

Eine Punktlandung“

Kirchenkreis Rotenburg schafft Vorgaben der Landeskirche

Das war eine echte Herausforderung. Da sind sich die Verantwortlichen im Kirchenkreis einig. Doch die Vorgaben der Landeskirche für den Planungszeitraum 2009 bis 2012, die mit zum Teil schmerzhaften finanziellen Einschnitten verbunden waren, konnten gemeistert werden. Das berichteten Planungsausschussvorsitzender Thorsten Tillner und Änne Kühn aus dem Kirchenamt während der jüngsten Sitzung des Kirchenkreistages in Rotenburg.

„Wie verteilen wir die Mittel und wo gehören die Stellen hin? Das waren die Fragen, die wir zu Beginn des Planungszeitraums in den Mittelpunkt gestellt haben“, erinnerte Tillner und brachte auch die von Superintendent Hans-Peter Daub seinerzeit auf den Tischen verteilten Schokoladentäfelchen zurück ins Gedächtnis, die als volle und halbe Stellen hin- und hergeschoben werden konnten. Eine besondere Herausforderung habe die Verteilung der Pfarrstellen auf die Gemeinden bedeutet. „Insbesondere in Rotenburg standen wir da vor Problemen.“ Am Ende seien die Vorgaben des Kirchenkreistages aber überall umgesetzt worden – will heißen: Am Ende des Zeitraums sind tatsächlich nur noch so viele Stellenanteile besetzt, wie 2009 angepeilt wurden.

Wo es bei den Personalkosten, beispielsweise im Bereich Kirchenmusik oder bei den technischen Diensten, noch Überhänge gibt, konnten die in den Gemeinden durch Umschichtungen ausgeglichen werden.

„Insgesamt hat es wenig Unwuchten im System gegeben“, lobte Tillner und sieht die Gründe dafür in der guten Vorbereitung insbesondere durch die Strukturatlanten und den für jede Gemeinde daraus im Vorfeld ermittelten Grundanforderungsindex. „Dieses System ist auch für die Zukunft weiter entwicklungsfähig. Wir müssen den Vergleich mit anderen Kirchenkreisen nicht scheuen.“

Dass für den kommenden Planungszeitraum vergleichsweise geringe systematische Aufgaben anstünden, bezeichnete er als sehr erfreulich: „Damit können wir uns jetzt wieder verstärkt den inhaltlichen Fragen widmen.“

Dass die Personalplanung gut umgesetzt wurde, hat auch Auswirkungen auf die finanzielle Situation des Kirchenkreises, wie Kühn am Abschluss des Jahres 2012 beispielhaft aufzeigte: „Wir konnten nicht nur das Ziel erreichen, ohne Rücklagenentnahmen einen ausgeglichenen Hauhalt hinzubekommen, wir haben sogar einen leichten Überschuss, den wir den Rücklagen zuführen können.“ Sie bezeichnet das Ergebnis als Punktlandung.

In seinem Ephoralbericht relativierte Daub: „Das ist ein Kraftakt gewesen. Aber allein die Zahlen sollten bei aller Freude über das Erreichen des Ziels nicht der einzige Aspekt sein. Viel wichtiger ist die Frage, wie viel Leben in dieser Planung und ihrer Umsetzung steckt. Wenn es gelänge, auch in schwierigen Jahren ständig die Rücklagen zu erhöhen, dann machen wir irgendetwas falsch, denn sparen ist nicht unser Selbstzweck.“

 

Gotteshäuser gezielt per Drahtesel erreichen

Ein Netz von Radwegekirchen soll im Kirchenkreis Rotenburg geplant werden

Während der jüngsten Kirchenkreistagssitzung stellten Pastor Thomas Steinke und der von der Kirchengemeinde Fintel damit beauftragte Koordinator Erich Schorn ihre Ideen zum Projekt Radwegekirchen vor. Sie stießen auf große Zustimmung mit dem Wunsch, gemeinsam ein Konzept zu entwickeln.

Die Fertigstellung des Hauses der Begegnung und damit auch des Vorplatzes mit St.-Antonius-Brunnen hätten gezeigt, dass die Sitzbänke gerne von Radfahrern genutzt werden. „Kaum waren die aufgestellt, da haben schon die ersten Radler dort eine Rast eingelegt“, so Steinke.

Zeitgleich habe in der Fahrradstadt Münster ein Symposium stattgefunden, an dem auch Schorn teilnahm. Und er brachte eine Menge Ideen und Anregungen mit. „Der Radtourismus in Norddeutschland boomt. Und der Landkreis ist da gut aufgestellt, weil beispielsweise der Tourow dort sehr engagiert Routen ausgearbeitet hat. An denen liegen auch Kirchen. Und die können sich ohne Probleme bei der Landeskirche als Radwegekirchen registrieren lassen, bekommen ein entsprechendes Signet und werden im Internet aufgeführt“, berichtete Schorn. Voraussetzung sei lediglich die Lage in der Nähe eines Radweges und die Tatsache, dass die Kirche zuverlässig geöffnet ist.

In einem weiteren Schritt sei es allerdings sinnvoll, eine entsprechende Beschilderung zu entwickeln und gegebenenfalls auch den Zugang zu öffentlichen Toiletten zu ermöglichen. „Wir könnten mit dieser Maßnahmen die Bekanntheit der Kirchengemeinden erhöhen. Gerade in Zeiten, in denen das Pilgern auch mit dem Fahrrad von immer größerem Interesse ist, sollten wir diese Möglichkeiten der Einkehr schaffen“, so Steinke.

Ihm schwebt ein Netzwerk von mehreren Kirchengemeinden vor, die gemeinsam an einem Konzept arbeiten. „Das könnte dann auch zu Pilgerfahrten innerhalb des Kirchenkreises führen. Fahrradgottesdienste sind eine weitere Möglichkeit.“ Als nächsten Schritt sollten die Kirchenvorstände über die Idee beraten und bei Interesse entsprechende Registrierungen vornehmen lassen. Anschließend treffen sich alle Interessierten zu weiteren Planungen. Die Kosten für ein Planungsbüro, so Superintendent Hans-Peter Daub, könnten aus dem Budget für Öffentlichkeitsarbeit erstattet werden.

 

Daub-Nachfolge: Superintendentenwahl schon im Juli?

Hans-Peter Daub scheidet als Superintendent des Kirchenkreises Rotenburg noch in diesem Jahr aus. Jetzt schilderte der Vorsitzende des Kirchenkreistages, Hartmut Ladwig, wie weit die Vorbereitungen für die Neubesetzung gediehen sind.

„Die Ausschreibung ist im Internet und in der Kirchenzeitung veröffentlicht worden. Bislang ist die Resonanz noch zurückhaltend. Darum haben wir auch eigene Ideen eingebracht und Gespräche mit möglichen Kandidaten geführt“, so Ladwig.

Bewerbungsschluss ist am 31. März. Im April wird der Landessuperintendent bis zu drei Kandidaten vorschlagen, der Wahlausschuss sichtet diese und stellt dem Kirchenkreistag dann bis zu zwei Kandidaten vor, aus denen möglichst am 17. Juli einer ausgewählt werden soll.

Klappt das alles, könnte die Stelle ohne lange Vakanzzeit neu besetzt werden.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

DATUM

7. März 2014

AUTOR

Thomas Hartmann
BILDER (4)
Kirchenkreistagsvorsitzender Hartmut Ladwig (links) dankte Superintendet Hans-Peter Daub nach dessen letztem Ephoralbericht
Der Kirchenkreistag freut sich über das erreichen der Zielvorgaben aus der Landeskirche HannoversErich Schorn stellt die Idee der Radwegekirchen im Kirchenkreistag vorHartmut Ladwig berichtet als Vorsitzender des Kirchenkreistags Rotenburg über den Fahrplan zur Superintendentenwahl
Kirchenkreistagsvorsitzender Hartmut Ladwig (links) dankte Superintendet Hans-Peter Daub nach dessen letztem Ephoralberich

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