Der Kirchenkreis Rotenburg

So ist Kirche hier im Kirchenkreis Rotenburg. Das macht sie. Dazu ist sie in unserer Welt nützlich und notwendig. Das sind die Menschen, die sich hier engagieren. Das sind ihre Erfahrungen, Ideen und Ziele. Und immer wieder wird deutlich: In dieser Kirche ist Platz, um selbst dabei zu sein, mitzuerleben und auch mitzugestalten.

Lektorensonntag am 9. Februar

Es ist eine evangelische Besonderheit, dass Laien einen Gottesdienst komplett allein gestalten und von der Kanzel predigen dürfen. Und im Kirchenkreis Rotenburg gibt es immer mehr Menschen, die sich aktiv an der Gestaltung von Gottesdiensten beteiligen. Viele von ihnen werden das auch am Sonntag, 9. Februar, in ihren Kirchengemeinden zwischen Böhme und Wümme tun. Dieser so genannte Lektorensonntag hat seit vielen Jahren im Sprengel Stade Tradition und wird auch im Kirchenkreis Rotenburg einmal im Jahr gefeiert.
Die Lektorinnen und Lektoren kommen aus den unterschiedlichsten Berufen und Lebenssituationen: Sie sind beispielsweise Einzelhandelskauffrauen, Lehrer oder betreiben eine Landwirtschaft. „Es ist immer wieder spannend zu erfahren, wie diese Lebenserfahrungen in die Predigten und Bibelinterpretationen einfließen“, sagt Haike Gleede. Die Pastorin aus Horstedt ist Lektoren- und Prädikantenbeauftragte im Kirchenkreis Rotenburg.

Gleede hatte jüngst zu einem Lektorentreffen in das Gemeindehaus nach Ahausen eingeladen. Dort haben sich die Teilnehmenden gemeinsam auf den Lektorengottesdienst vorbereitet. Mehr als 20 Interessierte waren gekommen. „Wir finden hier einen gemeinsamen Einstieg in das Predigthema für den 9. Februar“, sagt Gleede. Der Theologin gefällt die große Motivation und Freude, mit der die Laienprediger bei der Sache sind. Und sie lobt ihre hohe Qualifikation. „Man merkt, dass man es mit Menschen zu tun hat, die sich öfter mit Bibelarbeit auseinandersetzen.“

Wer Lektor werden möchte, erhält eine Ausbildung. Sie besteht aus zwei Teilen. Der eine beschäftigt sich mit den Gottesdienstelementen wie Lesungen, Gebete, Begrüßung und Abkündigung. Der zweite stellt die Predigt in den Mittelpunkt. Lektoren bekommen vorgegebene Lesepredigten zur Auswahl, die sie als Gerüst begreifen und selbst weiterentwickeln. Wer eine weiterführende Ausbildung zum Prädikanten absolviert, ist befähigt, Predigten auch ohne Hilfe vorzubereiten und zu halten.

Das ist beispielsweise bei Erika Weseloh aus Schneverdingen der Fall. Sie ist gleichzeitig Lektorensprecherin im Kirchenkreis. Doch obwohl sie durch ihre Erfahrung und ihre Ausbildung einen Gottesdienst komplett allein gestalten und durchführen könnte, ist das gar nicht ihr Ziel. Sie ist seit vielen Jahren in einem Lektorenkreis der Peter-und-Paul-Gemeinde aktiv. Der Gottesdienst als partnerschaftliches Modell, an dem viele mitgestalten und mitdenken, steht für sie wie für viele der Teilnehmenden des Lektorentreffens im Vordergrund. „Es ist sehr wertvoll, sich mit anderen über Bibelstellen auszutauschen“, sagt Weseloh.

Immer mehr Menschen im Kirchenkreis Rotenburg beteiligen sich in Arbeitskreisen an der Gestaltung von Gottesdiensten, sprechen Gebete oder übernehmen eine Lesung. Das geht auch ganz ohne Ausbildung. Viele finden dann über das Gottesdienst-Team ihrer Kirchengemeinde zur Lektorenarbeit. So beispielsweise Astrid Gutke aus Horstedt, die erst im vergangenen Herbst ihre Ausbildung als Lektorin abgeschlossen hat. „Irgendwann bekam ich Lust, noch tiefer in die Themen einzutauchen“, sagt die Unternehmerin, die im Betrieb für die Buchführung zuständig ist.

Auch Annegret Weseloh aus Fintel erlebt diese intensive Beschäftigung mit Bibelstellen als große Bereicherung. Sie hat vor 14 Jahren damit begonnen. „Und ich habe nicht gewusst, was sich daraus entwickeln wird“, sagt die 72-Jährige, die ihr Arbeitsleben auf dem eigenen landwirtschaftlichen Betrieb verbracht hat.

Am Ende des Lektorentreffens haben die Teilnehmenden in Arbeitsgruppen eine Lesung, eine Predigt und Gebete erarbeitet, die jeder als Anregung mit nach Hause nehmen kann. Doch die intensive Beschäftigung mit dem Material geht in den nächsten Tagen weiter. „Die Besucher können sich auf interessante und sehr gute Gottesdienste freuen“, sagt Pastorin Gleede.

Lektorengottesdienste finden statt am Sonntag, 9. Februar, in: Heber mit Einführung der Lektorin Petra Korte (9.30 Uhr), Schneverdingen Markusgemeinde (11 Uhr), Peter und Paul (10 Uhr), Neuenkirchen (18 Uhr), Lauenbrück (10 Uhr), Fintel (10 Uhr), Sottrum als Regionalsgottesdienst der Region Horstedt, Sottrum, Ahausen mit Lektorinnen aus allen drei Gemeinden (18 Uhr). Wer sich für eine Ausbildung zum Lektor interessiert, kann sich wenden an Haike Gleede, Telefon: 04288/320 oder haike.gleede@evlka.de.

 

DATUM

3. Februar 2014

AUTOR

Anette Meyer
BILDER (1)
Mehr als 20 Lektorinnen und Lektoren aus dem Kirchenkreis Rotenburg trafen sich zur Vorbereitung auf den Lektorensonntag in Ahausen.
Mehr als 20 Lektorinnen und Lektoren aus dem Kirchenkreis Rotenburg trafen sich zur Vorbereitung auf den Lektorensonntag in Ahausen.
Mehr als 20 Lektorinnen und Lektoren aus dem Kirchenkreis Rotenburg trafen sich zur Vorbereitung auf den Lektorensonntag in Ahausen.

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