Der Kirchenkreis Rotenburg

So ist Kirche hier im Kirchenkreis Rotenburg. Das macht sie. Dazu ist sie in unserer Welt nützlich und notwendig. Das sind die Menschen, die sich hier engagieren. Das sind ihre Erfahrungen, Ideen und Ziele. Und immer wieder wird deutlich: In dieser Kirche ist Platz, um selbst dabei zu sein, mitzuerleben und auch mitzugestalten.

Neue Kriterien zur Landverpachtung

Der Kirchenkreis Rotenburg hat die Kriterien für die Landverpachtung an Landwirte überarbeitet und entsprechende Empfehlungen an die Kirchenvorstände herausgegeben. Sie gelten für alle Neuverpachtungen und geben Hinweise auf Besonderheiten in bestehenden Verträgen. „Wir möchten in Zukunft verstärkt darauf achten, dass Landwirte auf den von der Kirche gepachteten Flächen naturverbunden und ressourcenschonend wirtschaften“, sagt Volker Böhling, Mitglied des Kirchenkreisvorstandes aus Neuenkirchen. Er hat sich intensiv mit den neuen Vergabekriterien auseinandergesetzt.

Kirchenland wird seit Jahrhunderten zu günstigen Konditionen an Landwirte verpachtet. „Wir haben festgestellt, dass die Pachtverträge in den Kirchengemeinden deutlich unter den ortsüblichen Durchschnittswerten liegen“, erklärt Böhling. Zu dieser Entwicklung hat in den letzten Jahren die große Zunahme des Anbaus von Energiepflanzen für die Biogasanlagen beigetragen. Die gesetzlich festgelegte Einspeisevergütung für aus Biogasanlagen erzeugten Strom hat dazu geführt, dass mit dem Anbau von Mais als Energiepflanzen wesentlich mehr Geld zu verdienen ist als mit dem Anbau von Nahrungs- und Futtermitteln.

„Mit vielen negativen Folgen“, wie Superintendent Hans-Peter Daub feststellt. Mais wird auf immer größeren Flächen in immer kürzerer zeitlicher Abfolge angebaut. Dabei werden auch für den Maisanbau eigentlich nicht geeignete Flächen einbezogen und gehen der Nahrungsmittelproduktion verloren. Das führt unter anderem zu einer Zunahme von fruchtfolgebedingten Pflanzenkrankheiten und Schädlingen, zum Rückgang der Artenvielfalt, zum Verlust von Bodenfruchtbarkeit und zur Erhöhung der Treibhausgasemissionen durch Umbruch von Dauergrünland. Insgesamt steigt durch die Intensität des Maisanbaus der Pflanzenschutz- und Düngemitteleinsatz und damit die Gefahr einer Belastung von Boden und Grundwasser. Gleichzeitig werden immer mehr Lebens- und Futtermittel für die Nahrungsmittelverarbeitung und die Nutztierhaltung importiert.

„Wir möchten Landwirte unterstützen, die umsichtig mit ihren Flächen umgehen und sie gut behandeln“, sagt Böhling. Deshalb gehören zu den Kriterien, nach denen die Kirche ihre Ländereien verpachtet, dass eine Mindest-Fruchtfolge eingehalten werden soll, Schonstreifen und Schonflächen erhalten bleiben und die Düngebilanz ausgewogen bleibt. Ebenso darf kein genverändertes Saatgut aufgebracht werden. Grundsätzlich sollen örtliche und kleine oder mittlere Betriebe bei Neuverpachtungen bevorzugt werden. „Wir entscheiden bewusst nicht allein nach dem Preis. Da können die kleineren Betriebe meist mit den finanziellen Möglichkeiten großer Landwirte nicht mithalten“, weiß Böhling.

Eine weitere wichtige Neuerung ist auch, dass diese Vereinbarungen zwischen den Landwirten und den Kirchengemeinden besser überprüft werden sollen. „Früher gab es in vielen Kirchenvorständen Landwirte, die die Pachtflächen der Kirchengemeinden im Blick behalten haben. Heute fehlt zuweilen das Knowhow in den Gremien“, sagt Böhling. Deshalb freue er sich, dass sich im Kirchenkreis Freiwillige gefunden haben, die die Gemeinden auf deren Wunsch unterstützen.

„Wir haben in diesen Tagen Grund, für eine gute Ernte zu danken“, so Daub. Aber Dankbarkeit habe auch mit Nachdenken und Vorausdenken zu tun. „Darum war die Diskussion im Kirchenkreis notwendig und hilfreich. Böhling und Daub freuen sich über die neuen Landvergabekriterien. „Sie kommen den Landwirten aus der Region zugute und tragen dazu bei, Gottes Schöpfung zu bewahren und verantwortungsvoll mit ihr in unserer Region umzugehen“, sagt Daub.

 

 

 

DATUM

7. Oktober 2013

AUTOR

Anette Meyer
BILDER (1)
Die Kirchengemeinden im Kirchenkreis Rotenburg möchten, dass auf ihrem Pachtland naturverbunden und ressourcenschonend geackert wird.
Die Kirchengemeinden im Kirchenkreis Rotenburg möchten, dass auf ihrem Pachtland naturverbunden und ressourcenschonend geackert wird.
Die Kirchengemeinden im Kirchenkreis Rotenburg möchten, dass auf ihrem Pachtland naturverbunden und ressourcenschonend geackert wi

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Volker Böhling

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