Der Kirchenkreis Rotenburg

So ist Kirche hier im Kirchenkreis Rotenburg. Das macht sie. Dazu ist sie in unserer Welt nützlich und notwendig. Das sind die Menschen, die sich hier engagieren. Das sind ihre Erfahrungen, Ideen und Ziele. Und immer wieder wird deutlich: In dieser Kirche ist Platz, um selbst dabei zu sein, mitzuerleben und auch mitzugestalten.

Lektorenkurs: Vielfalt von der Kanzel
Laien lernen, Gottesdienste zu halten „Ich möchte einfach noch ein bisschen mehr verstehen, was ich mache.“ Ute Morawetz aus Schneverdingen leitet neu den Lektorenkreis der dortigen Markusgemeinde und absolviert zurzeit einen Lektorenkurs des Kirchenkreises Rotenburg. Lektoren sind Laien mit einer Ausbildung, die sie dazu befähigt, selbstständig einen Gottesdienst zu halten und auch zu predigen. Immer mehr Menschen haben Interesse an diesem Amt und bereichern mit ihrem persönlichen und beruflichen Hintergrund das gottesdienstliche Leben in den Gemeinden. „Nach dem Verständnis der evangelischen Kirche ist Gottesdienst Sache aller Gemeindeglieder. Deshalb bilden wir Interessierte seit vielen Jahren hier vor Ort aus“, sagt Haike Gleede, Pastorin der Kirchengemeinde Horstedt und Lektorenbeauftragte des Kirchenkreises Rotenburg. Neun Teilnehmer betreut sie im laufenden Kurs. An acht Abenden und zwei Samstagen beleuchtet die Theologin verschiedene Aspekte des Themas Gottesdienst. Da geht es beispielsweise um die einzelnen Elemente wie Lesungen, Gebete, Begrüßung und Abkündigung. Aber auch die Geschichte und Dramaturgie des evangelischen Gottesdienstes sind Thema sowie Rhetorik und Sprache. Und es wird auch ganz praktisch im Kurs, etwa wenn Kreiskantor Simon Schumacher mit den Teilnehmern liturgische Gesänge übt – zuerst die ganze Gruppe, dann die halbe Gruppe, dann zu zweit und, wer sich traut, allein. „Das ist das, wovor man ein bisschen Bammel hat“, sagt Manfred Morawetz, der mit seiner Frau den Kurs zusammen besucht. Der Kirchenvorsteher aus der Schneverdinger Markusgemeinde ist zudem engagiert im Kulturausschuss und im Besuchsdienst. Eine weitere ganz praktische Übung ist die Segnung. Die Kursteilnehmer lernen verschiedene Gesten wie etwa das Handauflegen und segnen sich gegenseitig. Der Kurs ist für alle immer auch eine Auseinandersetzung mit sich selbst und dem eigenen Glauben. „Ich bin hier, weil ich verstehen lernen will, warum mir einige Predigten gefallen und andere mir quer liegen“, sagt Birte Haffner aus Sottrum. Sehr intensiv wird es bei der Auseinandersetzung mit den Lesepredigten. Das sind vorgegebene Auslegungen von Bibelstellen als Grundgerüst, die Lektoren in ihre eigene Sprache übersetzen und mit eigenen Beispielen und eigenem Leben füllen. Im Kurs werden sie gegenseitig vorgetragen und besprochen. „Für mich ist es spannend zu schauen, welche Predigt zu mir passt und welche ich weitergeben kann“, sagt Isabel Salmen. Die Kirchenvorsteherin aus Sottrum hat Religion auf Lehramt studiert und hat deshalb bereits Erfahrung im Gestalten von Andachten für Kinder und Jugendliche. „Der Kurs ist für mich nochmal ein Zugang auf anderer Ebene.“ Margrit Lüdemann, die in Brockel jedes Jahr einen Frauengottesdienst mit organisiert, war überrascht, wie unterschiedlich die Lesepredigten innerhalb des Kurses wahrgenommen werden. „Die Vielfalt der Hörenden zu erleben, ist für mich sehr interessant.“ Der Kurs endet am Sonntag, 23. Juni, mit einem Abschlussgottesdienst um 18 Uhr in der Johannes-der-Täufer-Kirche in Horstedt. Alle Interessierten sind herzlich dazu eingeladen.

DATUM

11. Juni 2019

AUTOR

Anette Meyer
BILDER (1)
Haike Gleede (Mitte) übt mit den Kursteilnehmern das Segnen.
Haike Gleede (Mitte) übt mit den Kursteilnehmern das Segnen.
Haike Gleede (Mitte) übt mit den Kursteilnehmern das Segnen.

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Haike Gleede

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