Andachten

Kurz innehalten. Sich für einen Moment besinnen, woher wir eigentlich kommen, was wichtig ist im Leben. Dabei helfen uns kurze Andachten. Die Pastorinnen und Pastoren des Kirchenkreises Rotenburg verfassen jede Woche zwei Zeitungsandachten für die Rotenburger Rundschau und die Rotenburger Kreiszeitung. Wir veröffentlichen sie hier und schaffen damit ein Archiv, auf das Sie zurückgreifen können, wann immer Sie möchten. Denn: Ihre Zeitung werfen Sie irgendwann in den Papierkorb. Die Andachten behalten jedoch ihre Gültigkeit jenseits der Tagesaktualität.

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So. 08.12.19
Weihnachten lässt die Herzen erweichen
Hilke Bauermeister
Weihnachten lässt die Herzen erweichen

Kennen Sie Charles Dickens‘ Geschichte „Ein Weihnachtslied“? Sie handelt von Ebenezer Scrooge, einem reichen Geschäftsmann. Ein alter Geizhals ist er, griesgrämig und missmutig. Am 24. Dezember lädt ihn sein Neffe zum Weihnachtsessen ein. Der Onkel lehnt ab. Von Weihnachten will er nichts wissen. Aber dann ereignen sich merkwürdige Dinge: Scrooge sieht drei Geister, den Geist der vergangenen Weihnacht, dann die Geister der gegenwärtigen und der künftigen Weihnacht. Der erste Geist zeigt Scrooge den Tag, als sich seine Verlobte von ihm trennt, weil sie das Gefühl hat, Scrooge interessiere sich viel zu sehr fürs Geld. Es folgt der Geist der gegenwärtigen Weihnacht. Er lässt Scrooge die fröhliche Feier im Hause seines Neffen sehen. Schließlich kommt der dritte Geist, der Geist der künftigen Weihnacht, der unheimlichste von allen. Der zeigt dem gestrengen Mann, was ihn erwartet, wenn sich nichts ändert in seinem Leben. Da geschieht etwas mit Scrooge. Er verwandelt sich. Am Morgen des 25. Dezember ist er ein neuer Mensch. Er besucht seinen Neffen und fortan spendet er stets großzügig für wohltätige Zwecke. Aus dem Geizhals wird über Nacht ein gütiger, hilfsbereiter Mensch.

Obwohl gar nicht erwähnt wird, warum wir Weihnachten feiern, zeigt die Erzählung doch, was an diesem Fest so berührt. Gott kommt in die Welt, und da merken die Menschen, was es heißt, ein Mensch zu sein. Dickens schreibt: „In dieser schönsten Zeit des Jahres sehen die Menschen einander an als das, was sie eigentlich sind: Geschöpfe, die gemeinsam durchs Leben gehen.“ Weihnachten lässt die Herzen erweichen, weil wir angesichts des Gotteskindes merken, dass wir alle Gottes Kinder sind.

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Hilke Bauermeister

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So. 01.12.19
Bitte warten - Please hold the line
Jutta Wendland-Park
Bitte warten - Please hold the line

Mit schnellen Schritten laufe ich in den Bahnhof, um den Zug zu erreichen. Am Bahnsteig angekommen, lese ich an der Anzeige, dass der Zug 25 Minuten Verspätung hat. Warten ist angesagt. Auf dem Weg nach Hannover beglückt die A7 mit einer langen Baustelle, die mich wieder einmal im Stau stehen lässt. Also heißt es warten. Ich versuche eine Störungsstelle zu kontaktieren, doch aus meinem Handy tönt nur eine Stimme, die sagt: „Bitte warten- Please hold the line“. Frustriert stelle ich fest, dass ich in einer Warteschleife gefangen bin. Oftmals empfinde ich dann diese Zeit als verlorene Zeit, die ich hätte besser nutzen können.

Doch das stimmt nur begrenzt. Wartezeit ist nicht gleich Wartezeit. Das Warten auf das Ergebnis einer wichtigen Untersuchung im Vorzimmer eines Arztes kann sich qualvoll in die Länge ziehen und die Minuten gefühlt zu Stunden werden lassen. Ganz anders dagegen das freudige Warten auf die Geburt eines neuen Lebens. Dort können sich auch die Minuten wie Stunden hinziehen, aber sie sind nicht gefüllt mit Angst und Sorge, sondern mit Vorfreude und Hoffnung auf das, was kommt. Und die Zeit bis zur Geburt kann genutzt werden, um sich auf die neue Situation einzustellen und sich darauf vorzubereiten.

In den kommenden Wochen geht es wieder um die Einübung im Warten. Advent ist eine besondere Zeit des Wartens. Wir dürfen uns vorbereiten auf den, der zu uns kommen will in unser Leben mit seinen Ängsten und Sorgen. Wir dürfen die Hoffnung in uns wachsen lassen für den, der Heil und Leben mit sich bringt. Dieses Warten ist keine verlorene Zeit.

In diesem Sinne bekommt sogar die Ansage „Bitte warten - Please hold the line“ fast eine adventliche Bedeutung. Es lohnt sich, denn Rettung naht.

Ich wünsche Ihnen eine gesegnete Adventszeit

Jutta Wendland-Park

 

 

 

 

 

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Jutta Wendland-Park

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So. 24.11.19
Bei Glühwein und Bratwurst
Florian Hemme
Bei Glühwein und Bratwurst

Bei Glühwein, Kinderpunsch und Bratwurst den Glauben leben. Wie bitte? Wie soll das denn funktionieren? Auf den ersten Blick ist das Essen von Gegrilltem keine besonders christliche Handlung. Essen muss jeder, trinken auch. Als Christenmenschen können wir die Nahrungsaufnahme nutzen, um unseren Glauben zu leben. Bei Glühwein, Kinderpunsch und Bratwurst. Dafür eignet sich die kalte Jahreszeit besonders gut.

Ein befreundetes Ehepaar von mir lädt einmal im Winter Menschen zu sich nach Hause ein. Die meisten sind davon um die dreißig Jahre alt. Manche haben bereits kleine Kinder. Alle sind willkommen, egal wie alt. Die Ehefrau sorgt dafür, dass viele Kerzen, Licht in das Dunkel des Abends bringen. Ihr Ehemann kümmert sich um den Grill, die Getränke und den Feuerkorb. Wer möchte, bringt etwas mit. Selbstgebackenen Kuchen, Kekse oder Pralinen. Das friedliche Beisammensein steht im Vordergrund.

Meinen Freunden ist besonders daran gelegen, Menschen einzuladen, die in diesem Jahr einen Angehörigen verloren haben. Menschen, denen die kalte und dunkle Jahreszeit durch den Verlust eines geliebten Angehörigen besonders schwerfällt. Das Ehepaar möchte für andere Menschen christliche Gemeinschaft stiften. Eine christliche Gemeinschaft, in der man die Sorgen am Feuerkorb teilen kann und sich gegenseitig für den Alltag ermutigt.

Sie lassen sich dabei von einem wichtigen Satz leiten, den unser Herr Jesus Christus uns gesagt hat: „Was ihr einem meiner geringsten Brüder getan habt, das habt ihr mir getan.“ Durch Glühwein, Kinderpunsch und Bratwurst können auch Sie Ihren Glauben leben. Ich wünsche Ihnen viel Spaß dabei!

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Florian Hemme

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Mi. 20.11.19
Klar sehen, was trägt
Achim Blackstein
Klar sehen, was trägt

Im Moment fliegen uns die großen Zahlen nur so um die Ohren. 800 Millionen Euro für den Wald. Milliarden für den Küstenschutz. Tausende Lehrer, Fachkräfte, Azubis werden gesucht. Allein 106.000 Erzieher fehlen. Riesige Euro-Summen werden genannt, um in Deutschland und der Ferne den Klimawandel zu bewältigen. Was ist nur los? Während uns viele, die Discounter vorneweg, jahrzehntelang vorgemacht haben, gut zu Leben hätte keinen Preis, zumindest keinen, der nicht noch weiter zu senken wäre, scheint es jetzt, als bekämen wir die Rechnung präsentiert. Wir müssen erkennen: unser moderner Alltag und unser Wohlstand wurden auf Pump gebaut – geliehen von der Dritten Welt, der Natur, unseren Kindern und Enkeln. Und gerade ihnen hinterlassen wir nun enorme Schuldenberge und eine Erde kurz vor dem Kollaps.

Heute ist Buß- und Bettag. Ein Tag der Umkehr. Ein Tag, der uns Gelegenheit gibt, das zu tun, was wirklich wichtig ist in unserem Leben. Das zu wählen, was wir wirklich brauchen – lebensnotwendig. Und nur das, weil alles darüber hinaus uns und unserer Welt endgültig das Genick brechen würde. Der Buß- und Bettag schenkt uns Konzentration auf das Wesentliche. Er will hervorheben, was unser Leben wertvoll macht, was uns im Alltag stark und fest macht, weil es uns im Kern zufrieden und glücklich sein lässt.

Die Bibel sagt: „Gerechtigkeit macht ein Volk groß; aber Unrecht macht ihm Schande.“ (Sprüche 14,34) Fragen Sie sich: Was kann ich tun, was brauche ich, damit mein Leben heute gut wird und möglichst gut bleiben kann, ohne anderen, auch zukünftigen Generationen, ihr Glück zu gefährden?

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Achim Blackstein

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Achim
Blackstein
Pastor an der BBS Rotenburg
Do. 31.10.19
Tempolimit?
Haike Gleede
Tempolimit?

Der deutsche Bundestag hat sich gegen ein Tempolimit auf den Autobahnen ausgesprochen. Deutschland bleibt das einzige EU-Land, in dem es keine Geschwindigkeitsbegrenzungen gibt. Jeder fährt so schnell er will und kann. Verkehrssicherheit und Klimaschutz scheinen für die Befürworter kein Argument zu sein.

Für mich ist diese Entscheidung gegen eine Geschwindigkeitsbegrenzung ein Spiegel unserer Gesellschaft. Viele Menschen stehen unter Druck. Immer schneller, immer effizienter soll es gehen. So schnell wie möglich das Ziel erreichen, scheint lebenswichtig zu sein. Manchmal wird mir Angst und Bange, wenn ich risikoreiche Überholmanöver beobachte oder mir ein Drängler dicht hinten auffährt, weil ihm 140km/h noch nicht schnell genug ist auf der Überholspur. Wie viel Lebensenergie kostet das!

Gleichzeitig klagen viele: Die Zeit geht so schnell vorbei. Wo ist sie nur geblieben? „Die Zeit vergeht nicht schneller als früher, aber wir laufen eiliger an ihr vorbei.“ schreibt George Orwell George (1903-1950).

Lebenszeit ist begrenzt, aber wer sie sparen will, gewinnt nichts. Durch rastloses Eilen holen wir die Zeit nicht ein.

Die Frage ist doch: Wie fülle ich meine Lebenszeit und welche Spuren hinterlasse ich auf dieser Erde – nur eine Staubwolke oder ein freundliches Lächeln. Mit der Zeit gehen, jeden Moment bewusst wahrnehmen und jeden Schritt achtsam setzen, das bringt mich an das Ziel, das Gott für mich bereitet hat. In der Bibel heißt es:

Siehe, ich sende einen Engel vor dir her, der dich behüte auf dem Wege und dich bringe an den Ort, den ich bereitet habe.“ 2. Mose 23, 20

Geben wir unserem Engel eine Chance!

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Haike Gleede

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Sa. 12.10.19
Einmal innehalten
Karin Klement
Einmal innehalten

Noch mitten drin leuchtet schon das Ende des goldenen Oktobers voraus. Gerade feierten wir das festliche Jubiläum „30 Jahre deutsche Wiedervereinigung“ und Erntedank, betrachteten die gesammelten Schätze aus friedlicher Protestbewegung und fleißiger Feld- und Gartenarbeit. Erinnerten an Lebens-Ernten. Jetzt ist Pause, Ruhe, Entspannung, Übergangszeit, bevor der trübe, kalte November den Winter ankündigt.

Eigentlich habe ich keine Lust, mir die Nachrichten der Welt anzuschauen, möchte mich lieber einigeln, dem Erlebten nachsinnen. Geschah in diesem Oktober nicht schon Unversöhnliches genug? Thomas Cook sagte alle Flugreisen ab – in Halle (Saale) werden zwei Menschen auf offener Straße erschossen – die Türkei beginnt eine militärische Offensive gegen die Kurden in Nordsyrien – im Dauerthema Brexit rast ein Land sehenden Auges auf den Abgrund zu – Möchte-gern-Alleinherrscher wie Trump und andere verhöhnen Ethik und Anstand in der Politik … Wo bleiben die Schätze, die freudigen Ernten einer besser gewordenen Welt? Wo bleibt die Bereitschaft zur Versöhnung, die damit beginnt, eigene Verfehlungen wahrzunehmen?

Am Tag der Schüsse in der Nähe einer jüdischen Synagoge feierten die Menschen darin Jom Kippur. Dieses höchste und wichtigste Versöhnungsfest erinnert an eine biblische Geschichte kurz nach dem Auszug aus Ägypten. Es war der Tag, an dem Gott den Israeliten verzieh, dass sie das goldene Kalb anbeteten, während er Mose am Berg Sinai die Zehn Gebote übergab. Sie taten Buße, baten aufrichtig um Vergebung, und Gott vergab ihnen.

Das Prinzip, innehalten, auf eigene Verfehlungen schauen und um Vergebung bitten, gilt bis heute. An diesem Tag suchen jüdische Menschen Versöhnung mit ihren Mitmenschen und mit Gott. Auch jene, die sich nicht als besonders religiös einschätzen. Ein Prinzip, das auch uns guttun würde: Einmal bewusst anderen entgegengehen, das Schuldigwerden bei sich selbst erkennen. So kann Versöhnung wachsen, und wir ernten Frieden.

 

 

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Karin Klement

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So. 06.10.19
Bauern, Greta und ein Traum
Ralf Altebockwinkel
Bauern, Greta und ein Traum

Ich scrolle die Nachrichtenseite herunter: Grüne Kreuze auf deutschen Äckern. Trecker-Konvois auf holländischen Autobahnen. Die Botschaften sind: „Bauern sterben leise“ und „Wir wollen nicht als Tierquäler und Umweltverschmutzer dargestellt werden“.

Gleiche Seite: Greta Thunberg klagt unter Tränen die Politiker beim Klimagipfel in New York an: „Wie könnt ihr es wagen?“ – und während Angela Merkel mit den Schultern zuckt und meint: wir sind doch auf dem richtigen Weg, wird weiter unten berichtet, wie schon wieder ein großer Eisberg in der Antarktis abgebrochen ist. In mir beginnt es zu kochen.

Erstens: ich finde es falsch, wie Landwirte, die auch für mein täglich Brot arbeiten, heutzutage oft verurteilt werden. Viele fürchten um ihre Existenz und werden dann auch noch Zielscheibe von Anfeindungen. Fragen wir uns doch erstmal selbst: wann habe ich mich zuletzt vom günstigen Fleischpreis in den Netto locken lassen? Und habe ich bei meiner letzten Kreuzfahrt an das Klima gedacht? Richte nicht, damit du nicht gerichtet wirst, sagte Jesus – eine bedenkenswerte Haltung bis heute.

Und zweitens: ich finde Greta toll, wie sie den Mächtigen – auch den selbsternannten Vorreitern im Klimaschutz – den Spiegel vorhält. Wie die Propheten aus der Bibel spricht sie die Wahrheit schonungslos aus. Und ich denke: Ja! Wir müssen alles tun, viel radikaler als bisher, um dem Klimawandel und unserem respektlosen Umgang mit Gottes Schöpfung was entgegenzusetzen.

Widerspricht sich das, Respekt für die Landwirte und radikaler Klimaschutz? Ich möchte jedenfalls träumen, dass ein wahrhaftiger, respektvoller Umgang mit Menschen und mit der Natur möglich ist.

 

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Ralf Altebockwinkel

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So. 15.09.19
Ja!
Dr. Matthias Wilke
Ja!

„Brüderchen, komm, tanz mit mir!“ „Warte, Schwester, ich kann doch nicht einfach so tanzen mit dir. Ich muss doch zuerst noch meine Kinder, meinen Garten, meine alten Eltern, meine Arbeit…“

„Brüderchen, komm, tanz mit mir. Beide Hände reich' ich dir!“ „Ja, das ist lieb, Schwesterchen, aber du weißt doch, wie viel bei mir gerade los ist. Ich kann nun wirklich nicht einfach so wie früher, so unbeschwert, das geht nicht…, ich muss doch…“.

Nehmen wir einfach mal an, wir könnten. Nehmen wir einmal an, wir bekommen einen Nachmittag einfach so geschenkt: Arbeit fällt aus oder es gibt auf einmal keine Aufgaben zu Hause. Nehmen wir einfach mal an, mein Arzttermin hat sich erledigt, weil alles wieder gut ist. Nehmen wir einfach mal an, wir hätten Zeit uns umzuschauen, die anderen da neben uns mit Ruhe zu sehen – würden wir dann nicht …?

„Brüderchen, komm, tanz mit mir, beide Hände reich' ich dir, einmal hin, einmal her, rundherum, das ist nicht schwer“ – und dann wirbelt der eine „plumps!“ auf den Po und die andere hilft ihm wieder auf. Was uns bei Kindern ein Lächeln ins Gesicht zaubert, das tut es bei uns Erwachsenen doch in ernsterer Weise auch. Wenn einer dem anderen die Hände reicht, nach dem Tanze, um gut nach Hause zu kommen, oder auf dem Weg zum Friedhof zwei sich stützen. Es ist ein Stück Glück, wenn wir sehen und erleben, dass Aufmerksamkeit und Liebe uns beflügeln, mal im Lachen, mal im Weinen. „Ich sage euch:“, sagte einmal ein König, das Matthäus-Evangelium schreibt es im 25. Kapitel, „Was immer ihr für einen meiner Brüder getan habt – und wäre er noch so gering gewesen -, das habt ihr für mich getan.“ Die unersetzbare Schönheit geteilten Lebens!

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Dr. Matthias Wilke

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Matthias
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Pastor
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27386
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Fax: 
04269-2187
So. 08.09.19
Was ist messbar?
Hartmut Nack
Was ist messbar?

„Ich hasse ihn – wenn es das gibt – so, wie ich dich vorher geliebt.“ So hat es die Band Die Ärzte vor über 30 Jahren in einem Lied über eine verlorene Liebe gesungen. Das war mal ein Versuch, ein Gefühl wie Liebe messbar zu machen. Natürlich geht so was nicht mit Zahlen und Fakten, sondern hier ist es ein Vergleich mit einem anderen Gefühl.

Das ist ja auch in vielen Lebensbereichen ganz ähnlich. Unsere Gefühle lassen sich nicht mit Daten und Statistiken messen. Wer kann das schon genau prüfen, wie viel Liebe, Vertrauen oder Zuversicht bei einem Menschen vorhanden ist? Messbare Zahlen helfen hier nicht weiter. Was sonst in unserer Gesellschaft oft den Ton angibt, ist hier keine angemessene Methode.

Genauso sieht es doch auch mit dem Glauben aus. Wie stark oder tief der bei einem Menschen ist, kann von außen nicht festgelegt werden. Dafür gibt es keine Zahl.

Und auch wenn die Mitgliederzahlen der Kirchen zurückgehen, ist es doch noch eine andere Frage, ob damit auch der Glaube weniger wird. Er ist ja auch nicht einfach ein aufgedrückter Stempel, der ein Leben lang gleich bleibt. Der Glaube ist doch ein Vertrauen zu Gott, das jeden Tag neu gewonnen werden muss.

Und das Gute daran ist, dass schon kleine Anfänge von diesem Vertrauen bei Gott eine große Wirkung haben. So bringt es auch der Wochenspruch von dem Propheten Jesaja aus der Bibel auf den Punkt:

„Das geknickte Rohr wird er nicht zerbrechen, und den glimmenden Docht wird er nicht auslöschen.“ (Jesaja 42,3)

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Hartmut Nack

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Pastor/-innen
Hartmut
Nack
Gemeindepastor in Scheeßel
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27383
Scheeßel
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So. 01.09.19
Suche Frieden und jage ihm nach!
Anja Bohling
Suche Frieden und jage ihm nach!

Heute vor 80 Jahren begann der zweite Weltkrieg mit dem Angriff Deutschlands auf Polen. Dokumentationen allerorts erinnern an diesen Tag, von dem an Millionen von Menschen sterben sollten. Noch mehr litten an den furchtbaren Folgen und leiden immer noch. Manche mögen genervt sein, immer wieder daran erinnert zu werden, was „damals“ war. Ich gehöre gern zu den Nervenden, weil ich ins Bewusstsein rufen möchte, dass Frieden zerbrechlich ist. Die politische Stimmung in aller Welt ist brisant, so manches Pulverfass brodelt. Und bei uns im Land stellt sich die Frage, wie stark der Einfluss der AfD nach den heutigen Landtagswahlen in Sachsen und Brandenburg sein wird? Anfang September schon fast vergessen, aber täglich aktuell ist die Jahreslosung für dieses Jahr: „Suche Frieden und jage ihm nach!“ (Psalm 34,15). Wir hatten dieses Motto auf unserer Jugendfreizeit „ticket to go!!“ in den Sommerferien: Wir haben Orte in Niedersachsen aufgesucht, die mit (Un-)Frieden zu tun haben: Wilhelmshaven mit seiner militärischen Vergangenheit und seiner Marine der Gegenwart. Friedland mit seinem Grenzdurchgangslager und dem Museum, das von den Menschen erzählt, die Krieg erlebt haben und auf der Suche nach Frieden waren bzw. sind. An allen Orten sind wir zu dem Schluss gekommen, dass Frieden nur bei uns selbst beginnen kann. Ich muss da aktiv werden, wo ich im Kleinen etwas für den Frieden tun kann: Mich heute mal nicht von meinem anstrengenden Nachbarn ärgern lassen. Im Straßenverkehr „defensiv Auto fahren!“ wie es mein Fahrlehrer gern gesagt hat. Der Freundin die neuen Schuhe gönnen. Nichtiger Kleinkram? Nein. Schwer umzusetzen? So manches Mal... Aber nötig! Denn Frieden kann nur bei mir anfangen. Wenn ich mit mir selbst und meinem nahen Umfeld Frieden schließen kann. Wo fangen Sie heute an, Frieden zu suchen?

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Anja Bohling

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Anja
Bohling
Diakonin
Kirchstraße 9
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Sottrum
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So. 25.08.19
Einatmen – Ausatmen
Alexa Wilke
Einatmen – Ausatmen

„Mann, ich bin schon wieder urlaubsreif!“, meine Freundin lässt sich auf den Stuhl neben mich fallen. „So blöd wie in diesem Jahr war es noch nie.“ Ich schaue sie an. Sie trägt noch Sommerbräune im Gesicht, aber um die Augen herum Müdigkeit. „Überall hakt es!“, schnaubt sie: „Die Kleine vermisst ihre Lehrerin und hat andauernd Vertretungen. Beim Großen fährt der Schulbus nicht mehr richtig. Gestern kam er fast ne Stunde später als sonst. Dann wollte ich einen Arzttermin machen – im April soll ich kommen! Ich dachte, ich spinne! Die war total pampig am Telefon! Und bei der Arbeit drehen auch alle am Rad. Eine Woche sind wir wieder da und ich weiß schon jetzt nicht mehr, wo mir der Kopf steht.“ Langsam beruhigt sie sich ein wenig. Aber die Müdigkeit um Ihre Augen herum bleibt. „Ich hatte mir so fest vorgenommen, mich dieses Jahr nicht so schnell mitziehen zu lassen in den Streß. Aber im Augenblick blick ich einfach nicht mehr durch.“

Das Gespräch geht mir nach. Auch deshalb, weil ich den Eindruck habe, meine Freundin ist nicht die einzige, der es so geht. Was ist los? Was kann ich tun? Was von alldem, was mir an den Nerven zerrt, ist wirklich ein Problem? Und was geht bloß einfach nicht nach meiner Nase, wird sich aber leicht von selbst regeln? Am Abend stolpere ich über ein Lied, das ich lange nicht mehr gesungen habe. „Weiß ich den Weg auch nicht, du weißt ihn wohl.“ Die Worte nehmen mir nicht die Aufgabe ab, mich zu entscheiden, mich aufzuregen, mich zu engagieren. Aber sie machen etwas mit meiner Stimmung.

Ich merke, dass ich sie in Gedanken sprechen kann und dabei ein- und ausatmen. Ich nehme sie mit in mein Kopfgepäck. Dankbar für diesen kleinen Ruhepol.

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Alexa Wilke

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Dr. Alexa
Wilke
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(04261) 3061644
So. 11.08.19
Wie geht Nächstenliebe? Solidarität?…
Harm Cordes
Wie geht Nächstenliebe? Solidarität? Mitmenschlichkeit?

Triefnass steht meine Bekannte vor mir. Der Regen tropft ihr ins Gesicht. Ihr Pulli ist total durchnässt. Der Regenschauer hat sie voll erwischt. Jetzt huscht sie durch die Tür. Raus aus dem Regen. Hinein ins Trockene.

„Das tut mir leid“, sage ich. „Dass dieser Guss gerade jetzt runterkommen musste.“ Sie strahlt mich an: „Kein Problem. Ich habe meinen Schirm dem Herrn geliehen, der dahinten kommt. Er hatte ihn nötiger als ich.“ Ungläubig blicke ich an ihr vorbei und sehe einen älteren Mann auf uns zukommen. Über sich einen großen Regenschirm.

Bei uns angekommen, spricht er meine Bekannte an: „Sie hat ja wohl der Himmel geschickt. Ohne Ihren Schirm wäre ich komplett durchgeregnet.“ Sie sagt kein Wort, aber ich merke doch, wie sehr sie sich freut. Ein bisschen Regen auf ihrer eigenen Haut, ein verliehener Regenschirm und dieser glückliche Mann. So geschehen am Dienstagmorgen, mitten in Schneverdingen.

Wie geht Nächstenliebe? Solidarität? Mitmenschlichkeit? Offenbar auch so. Indem ich für einen kleinen Moment meine eigenen Interessen hinter die Bedürfnisse eines anderen zurückstelle. Und dem anderen ein kleines Zeichen von Gottes Güte mitten in seinem Alltag werde. So war ja der Dank des Herrn wohl gemeint: „Sie schickt der Himmel.“ Der Regenschirm war für ihn das Zeichen der Zuwendung Gottes, die er so dringend gebraucht hatte.

Geschenke, wie sie sich im Alltag immer wieder verteilen lassen: indem wir jemandem den Vortritt lassen, der so offensichtlich in Eile ist. Indem wir ein paar Minuten beim Suchen helfen, weil wir die Not des anderen erkennen, der sein Schlüsselbund verloren hat. Indem wir unser Telefon verleihen, weil der andere sein Guthaben aufgebraucht hat, oder, oder …

Es sind nicht immer die großen Gesten, die das Leben heller, die Liebe Gottes spürbar machen. Im Gegenteil: unsere Welt braucht mehr von diesen kleinen Momenten, die dem anderen gut tun. Gesten, die von dieser Botschaft bestimmt sind: Ich sehe Dich. Ich lasse Dich nicht im Regen stehen. Und Gott tut das schon gar nicht.

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Harm Cordes

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Harm
Cordes
Pastor, Vorsitzender des Kirchenvorstands
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So. 14.07.19
Einer trage des anderen Last
Kathrin Frost
Einer trage des anderen Last

Nun sitze ich in meinem Büro. Nur noch wenige Tage bis zum Jahresurlaub. Mein Kalender hat sich tatsächlich geleert und ich habe Zeit, Aufgaben abzuschließen, über vergangene Veranstaltungen noch mal nachzudenken und auch ein paar neue zu planen.
Mein Schreibtisch ist schon recht gut aufgeräumt, und allmählich merke ich, wie sich nach und nach Entspannung breit macht. In diesem Jahr habe ich das geschafft, von vielen anderen Kollegen weiß ich, dass es bei denen noch sehr hektisch und mit vielen Terminen vor dem Urlaub zugeht.
Das 1. Halbjahr 2019 ist – gefühlt – wieder sehr schnell vergangen. Es gab viele Höhepunkte, die ich fröhlich und mit Motivation erleben konnte. Zum Glück war ich nie allein. Es gab immer ein Team, das mit vorbereitet und durchgeführt hat. Menschen, die an den Veranstaltungen mitgewirkt und teilgenommen haben und so viel Freude daran hatten.
Es ist so schön, wenn man merkt, was alles möglich ist, wenn mehrere Menschen gemeinsam etwas anpacken und erleben.

Nun sitze ich also in meinem Büro und freue mich über das, was geschafft ist, auf meinen bevorstehenden Urlaub und die zweite Jahreshälfte mit all ihren Herausforderungen.

Während ich diese Zeilen schreibe, schaue ich auf der Internetseite www.kirchenjahr-evangelisch.de welche Bibeltexte für den kommenden Sonntag dran sind. Und als Bibelvers für die kommende Woche lese ich Worte, die aus einem Brief von Paulus an eine der ersten Christengemeinden stammen. Worte, die so passend sind zu meinen gerade geschilderten Gedanken.
„Einer trage des anderen Last“: Gemeinsam unterwegs sein, gemeinsam die Aufgaben schaffen, den Weg finden und sich freuen, dass man gemeinsam Hindernisse und Aufgaben bewältigt kann.

So ist der Wochenspruch aus dem Galaterbrief für die kommende Woche – für mich – immer wieder praktisch erlebbar. Ich wünsche Ihnen, dass auch Sie das in ihrem Alltag erleben.

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Kathrin Frost

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So. 23.06.19
Was für ein Vertrauen …
Peter Handrich
Was für ein Vertrauen …

Was für ein Vertrauen … Unter diesem Motto haben sich in diesen Tagen rund hunderttausend Menschen getroffen. Beim Deutschen Evangelischen Kirchentag haben sie miteinander gesungen, gefeiert, diskutiert und einander von den guten Projekten erzählt, die es landauf, landab unter dem Dach der Kirche und auch nebenan alle so gibt.

Das Motto hat vor gut 2.600 Jahren in einem Krieg eine Rolle gespielt – Assyrien bedroht das übrig gebliebene südliche Israel, genannt Juda, mit einer überwältigenden Heeresmacht. Juda ist ein winziger Kleinstaat, der im nahen Osten zwischen allen Regionalmächten steht.

Aber der König Hiskia gibt nicht auf und betet zu Gott. Das ist immer eine fragwürdige Handlung, jedenfalls, wenn es ums Gewinnen eines Krieges geht, denn die Soldaten auf der anderen Seite sind schließlich auch Menschen. Und es ist im Krieg nie Gott, der auf der Seite der einen steht und nicht auf der Seite der anderen, es ist immer nur eine Idee vom eigenen Volk, die Krieg überhaupt erst auslöst – vom eigenen Volk, das natürlich wichtiger auf der Welt ist als alle anderen Völker. Gott hat nichts damit zu tun.

Hiskias Gebet ist ganz konventionell. Die Prediger der Kaiserzeit hätten es im Ersten Weltkrieg genau so formuliert.

Aber Gott hört aus diesem Gebet offenbar etwas ganz anderes. Die Assyrer ziehen ab. Sie zerstören Jerusalem nicht. So steht es nicht nur in der Bibel, so kann man es auch archäologisch nachweisen.

Warum ziehen sie ab? Haben sie verstanden, dass Frieden ein wichtigeres Gut ist als Vorherrschaft? Glauben sie plötzlich nicht mehr an »Assur first«? Oder sind sie es einfach nur Leid und wollen nach Hause zu den Frauen und Kindern?

Was für ein Vertrauen ...

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Peter Handrich

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Peter
Handrich
Pastor in den Rotenburger Werken
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(04261) 920889
So. 09.06.19
Pfingstwunder
Hilke Bauermeister
Pfingstwunder

Wie verbringen Sie die Pfingsttage? Gibt es bei Ihnen Spargel am Pfingstsonntag? Oder machen Sie vielleicht eine Radtour am Tag darauf? Wünschen Sie den Menschen, die Sie treffen, frohe Pfingsten?

Die Bibel erzählt vom Pfingstwunder. Mit Windesbrausen kam der Geist Gottes über die Jünger und brachte sie dazu, so von Jesus zu erzählen, dass einfach jeder verstehen konnte, was sie sagten. Jesu enge Vertraute empfingen den Heiligen Geist wie eine Gabe vom Himmel her. Und dann geschah etwas, das die ganze große Stadt Jerusalem erfasste. Menschen aus verschiedenen Ländern hörten die Jünger so von Jesus sprechen, dass eine jede und ein jeder die eigene Muttersprache hörte. Jeder, der den Jüngern zuhörte, konnte verstehen, worum es ging, als sie von Jesus, dem Sohn Gottes, predigten.

Das ist das Pfingstwunder. Sprachbarrieren werden überwunden. Grenzen fallen weg. Was Menschen voneinander trennt, das wird nichtig und klein. Gottes guter Geist ist da, und die Menschen finden zueinander. In einem Kirchenlied aus alter Zeit wird der heilige Geist so beschrieben: „Du bist ein Geist der Liebe, ein Freund der Freundlichkeit, willst nicht, dass uns betrübe Zorn, Zank, Has, Neid und Streit. Der Feindschaft bist du feind, willst, dass durch Liebesflammen sich wieder tun zusammen, die voller Zwietracht seind.“ (Evangelisches Gesangbuch 133, Strophe 7)

Bei den Pfingstgottesdiensten tun sich Christinnen und Christen zusammen, um daran zu denken, dass so viel Gutes durch Gottes Geist in der Welt ist. Am Pfingstmontag ist um 11 Uhr Gottesdienst unter freiem Himmel auf dem Pferdemarkt in Rotenburg. Dazu sind Sie herzlich eingeladen!

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Hilke Bauermeister

Arbeitsbereich in der Kirchengemeinde: 
Pastor/-innen
Hilke
Bauermeister
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So. 02.06.19
Outfit für das Herz
Jutta Wendland-Park
Outfit für das Herz

Ich saß neben einem jungen Mädchen und sagte: „Sie sind hübsch angezogen!“ Sie lächelte und antwortete: „Das habe ich mir zusammenstellen lassen für diesen speziellen Anlass.“ Und dann zeigte sie mir, wie man bei bestimmten Anbietern online seine Daten eingibt und den Anlass nennt, zu dem man perfekt angezogen sein will. Dort wird man von erfahrenen Stylisten beraten, welches Outfit passt und wie man den eigenen Stil damit unterstreichen kann. „Und dann kommt das Paket mit allem, was man haben wollte“, erklärte sie abschließend. Zugegeben, es hatte funktioniert.

Viele Menschen legen großen Wert auf ihr äußeres Erscheinungsbild. Doch dabei wird nur auf das geachtet, was vor Augen steht. Und wie steht es mit dem inneren Erscheinungsbild? Mit den Charaktereigenschaften und den Werten, die einem Menschen wichtig sind? Was wäre, wenn wir uns ein Paket schicken lassen könnten, wo Dinge wie Zufriedenheit, Kraft, Geduld und Liebe zusammengestellt würden. Genauso, wie wir es bräuchten, um selbst glücklich zu leben und die Welt ein wenig besser zu machen.

In der Bibel spielt das Aussehen keine Rolle, sondern der Blick ruht auf dem Innenleben eines Menschen. Dort wird sozusagen ein Outfit für das Herz angegeben. Im Kolosserbrief im 3. Kapitel heißt es: „So zieht nun an ... herzliches Erbarmen, Freundlichkeit, Demut, Sanftmut, Geduld! Über alles aber zieht an die Liebe, die da ist das Band der Vollkommenheit.“

Zwar lässt sich dieses Paket nicht in gewohnter Weise online bestellen, aber Gott hat die Verheißung gegeben, dass er den Menschen ein neues Herz und einen neuen Geist zu schenken vermag. Ich finde das ebenso eine attraktive Idee. Beides zusammen wäre perfekt.

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Jutta Wendland-Park

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Diakonische Einrichtungen
Jutta
Wendland-Park
Pastorin, Geschäftsführerin der Rotenburger Werke gGmbH
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(0426) 920200
So. 26.05.19
Entscheidungsträger
Achim Blackstein
Entscheidungsträger

Wenn ich das Wort „Trendsetter“ höre, denke ich direkt an eine Hunderasse. Dabei waren Trendsetter Menschen, die ein Gespür für das hatten, was dann bald zur allgemeinen Mode wurde. Heute nennt man diese Menschen „Influencer“ und sie präsentieren ihren Spürsinn vor allem in Videos im Internet. Damit influencen, also  beeinflussen sie Millionen von uns und machen kleine Ideen oder Trends weltweit bekannt.

Am Sonntag sind wir selbst aufgerufen, zum Trendsetter zu werden. Bei der Europawahl haben wir die Chance, die Politik der nächsten Jahre zu beeinflussen. Wir dürfen Influencer sein, weil wir die Entscheidungsträger sind. Wir dürfen wählen.

Gott sagt: „Heute stelle ich euch vor die Entscheidung zwischen Glück und Unglück, zwischen Leben und Tod“ (5. Mose 30,15). Natürlich sagt er das nicht direkt zur Europawahl, sondern zum Volk Israel, aber trotzdem passt es auch jetzt. Denn, dass wir wählen können ist allein schon ein Privileg, das vielen noch immer auf der Welt verwehrt wird. Nutzen wir es! Unglück gibt es um uns herum genug: Klimawandel, Rassismus, Antisemitismus, Spaltung, Hass, Neid, Lüge,…

Alle Religionen sind sich darin einig, dass Geben besser als Nehmen, Frieden besser als Hass, Großzügigkeit besser als Engherzigkeit und Vergebung besser als Nachtragen ist. Stärken wir darum dem Glück und dem Leben den Rücken. Und vergessen wir dabei nicht, dass wir auch für die mitwählen, die aktuell noch gar nicht wählen dürfen, weil sie zu jung sind – viele Kinder und Enkel. Am Sonntag haben wir die Chance Einfluss zu nehmen, damit auch ihr Glück ein breiter Trend mit Zukunft wird.

Achim Blackstein
 

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Achim Blackstein

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Schulpastor/-innen
Achim
Blackstein
Pastor an der BBS Rotenburg
So. 19.05.19
Christliche Werte
Rolf Hirte
Christliche Werte

Christliche Werte“, was ist das eigentlich? Immer wieder, und in Zeiten des Wahlkampfes besonders, hört man von manchen Politikern, wir müßten unsere christlichen Werte verteidigen. Was genau sie damit meinen, wird meist nicht gesagt. Ich habe so manches Mal den Eindruck, dass es nicht in erster Linie um Dinge des Glaubens geht, sondern eher um eine bestimmte traditionelle Lebensweise. Meiner Meinung nach müsste aber alles, was christlich genannt wird, daraufhin befragt werden, wie es sich zu dem, was Jesus Christus gelehrt und gelebt hat, verhält. Da selten danach gefragt wird, scheint mir das Argument der Verteidigung christlicher Werte oft nur vorgeschoben zu sein, um ganz eigene Interessen durchzusetzen.

Darum, so finde ich, ist Vorsicht geboten bei so manchen „Verteidigern des christlichen Abendlandes“. Denn bei ihnen handelt es sich nicht um Menschen, die sich an der Person und dem Handeln Jesu  Christi orientieren. Jesus hat nicht nur den Menschen Gerechtigkeit widerfahren lassen, sondern darüber hinaus hat er immer wieder versucht, Menschen, die unverschuldet oder auch selbst verschuldet aus der Gemeinschaft herausgefallen sind, zurückzuholen zu den anderen. Er hat geholfen, vergeben, versöhnt, geheilt. Daran müßte sich meiner Meinung nach alles orientieren, was sich christlich nennt.

Wer an der Klärung der Frage, was denn christlich sei, interessiert ist, könnte die Gemeinschaft anderer Christen suchen, z.B. im Gottesdienst, könnte in der Bibel, in den Evangelien nachlesen und mit anderen darüber diskutieren. Denn nur durch aufeinander zugehen und mit einander reden kommen wir weiter.

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Rolf Hirte

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Diakonische Einrichtungen
Rolf
Hirte
Klilnikseelsorger am AGAPLESION DIAKONIEKLINIKUM ROTENBURG
Elise-Averdieck-Straße 17
26365
Rotenburg (Wümme)
Tel.: 
(04261) 77-36 63
So. 05.05.19
Kennen Sie Ihren Konfirmationsspruch noch?
Olaf Feuerhake
Kennen Sie Ihren Konfirmationsspruch noch?

Wir sind in der Konfirmationszeit. In den Kirchengemeinden finden an den kommenden Wochenenden festliche Gottesdienste statt, die Gaststätten sind ausgebucht, und in den Konfirmanden-Familien herrscht Geschäftigkeit.

Wenn der Konfirmandenunterricht zu Ende geht und das große Fest bevorsteht, gibt es vieles zu erledigen. Eine Aufgabe für die Konfirmanden besteht darin, sich einen Konfirmationsspruch auszusuchen. Er soll ein Begleiter für den Lebensweg sein, spielt aber auch im Konfirmationsgottesdienst eine große Rolle. Die meisten Konfirmanden nehmen diese Aufgabe sehr ernst. Welcher Vers passt zu mir? Welche Botschaft ist mir wichtig?

Ich kann mich noch gut an meine eigene Konfirmation erinnern. Mich hatte ein Vers ins Herz getroffen: „Lass Dich durch nichts erschrecken und verliere nie den Mut. Denn ich, der Herr, dein Gott, bin bei dir, wohin Du auch gehst.“ Dieser Satz steht im Alten Testament (Josua 1,9), und mir war klar, er soll mich durchs Leben begleiten. Im übrigen eine ziemlich typische Wahl. Konfirmanden wählen oft Bibelverse, die von Gottes Schutz und Begleitung sprechen. Kein Wunder, schließlich ist der Blick in die Zukunft für Jugendliche unbewusst mit viel Unsicherheit verbunden. Sie suchen nach Halt und Zuspruch – bei gleichzeitigem Freiheitsbedürfnis. Das können Eltern und Pädagogen sich nicht oft genug klarmachen.

Wenn ich im Schulunterricht mit älteren Schülern – Jahre nach ihrer Konfirmation – über ihre Erfahrungen mit Kirche und Konfirmandenunterricht spreche, frage ich oft auch nach dem Konfirmationsspruch. Viele Schüler können ihn dann tatsächlich noch aufsagen. Es ist erstaunlich, welche Bedeutung so ein kleiner Vers haben kann! Meiner begleitet mich seit 35 Jahren. Wie ist es bei Ihnen? Können Sie sich noch an Ihren erinnern?

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Olaf Feuerhake

Arbeitsbereich in der Kirchengemeinde: 
Pastor/-innen
Olaf
Feuerhake
Schulpastor am Gymnasium Sottrum
27367
Sottrum
Mo. 08.04.19
Alles hat seine Zeit
Ralf Altebockwinkel
Alles hat seine Zeit

Seit Jahren ist es Tradition in unserer Kirchengemeinde, dass in der Fastenzeit alte Kleidung für das Hilfswerk in Bethel gesammelt wird. Immer wieder begegne ich dann Menschen am Gemeindehaus, die säckeweise ihre Altkleider für diesen guten Zweck abgeben. Besonders berührt mich, dass ich auch einige Witwer und Witwen sehe, von denen ich weiß, dass sie vor kurzem ihren Partner oder ihre Partnerin verloren haben. Was für Erinnerungen wohl in diesen Säcken stecken, denke ich mir dann. Welche Überwindung es wohl gekostet hat, die alten Schränke auszusortieren, die Säcke zuzuschnüren und dann wegzubringen. Was wiegt schwerer? Der Schmerz der Trennung oder die Freiheit nun Platz für Neues zu haben, das das Leben füllen kann?

Worte aus der Bibel kommen mir in den Sinn: „Alles hat seine Zeit: Suchen hat seine Zeit, Verlieren hat seine Zeit; Behalten hat seine Zeit, Wegwerfen hat seine Zeit.“ Das Leben ist immer voll von Aufbrüchen und auch von Abschieden – vom Aufbauen und auch wieder vom Einreißen. Das mag auf den ersten Gedanken ernüchtern: Jede Wurzel, die wir schlagen, muss irgendwann ausgerissen werden. Wir können das nicht ändern, das hat Gott so bestimmt, „damit wir in Ehrfurcht zu ihm aufschauen“, wie es im Buch Kohelet in der Bibel weiter heißt.

Aber wir können versuchen, die Zeit, die gerade dran ist, auch wahrzunehmen und anzunehmen. Darin, so scheint mir, liegt die hohe Kunst des Lebens – in den Worten Kohelets: „Da merkte ich, dass es nichts Besseres dabei gibt als fröhlich sein und sich gütlich tun in seinem Leben. Denn ein jeder Mensch, der da isst und trinkt und hat guten Mut bei all seinem Mühen, das ist eine Gabe Gottes.

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Ralf Altebockwinkel

Arbeitsbereich in der Kirchengemeinde: 
Kirchenvorstand
Pastor/-innen
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Ralf
Altebockwinkel
Pastor + stellv. Vorsitzender Kirchenvorstand
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