Andachten

Kurz innehalten. Sich für einen Moment besinnen, woher wir eigentlich kommen, was wichtig ist im Leben. Dabei helfen uns kurze Andachten. Die Pastorinnen und Pastoren des Kirchenkreises Rotenburg verfassen jede Woche zwei Zeitungsandachten für die Rotenburger Rundschau und die Rotenburger Kreiszeitung. Wir veröffentlichen sie hier und schaffen damit ein Archiv, auf das Sie zurückgreifen können, wann immer Sie möchten. Denn: Ihre Zeitung werfen Sie irgendwann in den Papierkorb. Die Andachten behalten jedoch ihre Gültigkeit jenseits der Tagesaktualität.

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Mo. 08.04.19
Alles hat seine Zeit
Ralf Altebockwinkel
Alles hat seine Zeit

Seit Jahren ist es Tradition in unserer Kirchengemeinde, dass in der Fastenzeit alte Kleidung für das Hilfswerk in Bethel gesammelt wird. Immer wieder begegne ich dann Menschen am Gemeindehaus, die säckeweise ihre Altkleider für diesen guten Zweck abgeben. Besonders berührt mich, dass ich auch einige Witwer und Witwen sehe, von denen ich weiß, dass sie vor kurzem ihren Partner oder ihre Partnerin verloren haben. Was für Erinnerungen wohl in diesen Säcken stecken, denke ich mir dann. Welche Überwindung es wohl gekostet hat, die alten Schränke auszusortieren, die Säcke zuzuschnüren und dann wegzubringen. Was wiegt schwerer? Der Schmerz der Trennung oder die Freiheit nun Platz für Neues zu haben, das das Leben füllen kann?

Worte aus der Bibel kommen mir in den Sinn: „Alles hat seine Zeit: Suchen hat seine Zeit, Verlieren hat seine Zeit; Behalten hat seine Zeit, Wegwerfen hat seine Zeit.“ Das Leben ist immer voll von Aufbrüchen und auch von Abschieden – vom Aufbauen und auch wieder vom Einreißen. Das mag auf den ersten Gedanken ernüchtern: Jede Wurzel, die wir schlagen, muss irgendwann ausgerissen werden. Wir können das nicht ändern, das hat Gott so bestimmt, „damit wir in Ehrfurcht zu ihm aufschauen“, wie es im Buch Kohelet in der Bibel weiter heißt.

Aber wir können versuchen, die Zeit, die gerade dran ist, auch wahrzunehmen und anzunehmen. Darin, so scheint mir, liegt die hohe Kunst des Lebens – in den Worten Kohelets: „Da merkte ich, dass es nichts Besseres dabei gibt als fröhlich sein und sich gütlich tun in seinem Leben. Denn ein jeder Mensch, der da isst und trinkt und hat guten Mut bei all seinem Mühen, das ist eine Gabe Gottes.

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Ralf Altebockwinkel

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So. 24.03.19
Spätes Ostern
Roger Moch
Spätes Ostern

Dieses Jahr ist Ostern am 21./22. April. Normalerweise wäre Ostern aber schon am 21./22. März gewesen. Das es nicht so ist, liegt an einer Regeländerung auf der Synode (Kirchenversammlung) von Karthago im Jahr 525. Danach wird der Frühlingsbeginn auf den 21.März 0 Uhr festgesetzt und von einem gleichmäßig auf einer Kreisbahn umlaufenden Mond ausgegangen. Nach 19 Jahren wiederholen sich die Mondphasen zum selben Datum. Denn 235 Mondmonate entsprechen ziemlich genau 19 Jahren von Frühlingsbeginn bis Frühlingsbeginn. Der so errechnete zyklische Vollmond kann vom wahren astronomischen Vollmondzeitpunkt um einen Tag abweichen. Der erste Vollmond nach dem 21. März in diesem Jahr ist daher Freitag, der 19. April. Der folgende Sonntag, der 21. April, ist der Ostersonntag. Das letzte Mal kam es 1962 zu einer sogenannten Osterparadoxie. Die nächste wird im Jahr 2038 eintreten. Die ursprüngliche Regel, Ostern am Sonntag nach dem ersten Frühlingsvollmond zu feiern, wurde im Jahr 325 nach Chr. auf dem Konzil von Nicäa, einer Stadt in Kleinasien, dem heutigen Iznik in der Türkei, beschlossen. Konzile sind Versammlungen aller Bischöfe und kirchlicher Würdenträger zur Aussprache und Entscheidung über Angelegenheiten der Kirche. Die Beschlüsse der Konzilien gelten in den orthodoxen Kirchen und der römisch-katholischen Kirche als bindend. Die evangelischen Kirchen haben im Allgemeinen keine feste Liste anerkannter Konzilien, erkennen aber die Ergebnisse der ersten vier Zusammenkünfte aus den ersten fünf Jahrhunderten an. Auf Ostern bezogen hat man verkürzt gesagt beim 1. Konzil von Nicäa entschieden, dass alle Christen Ostern am gleichen Tag feiern sollten. Das Datum des Osterfestes wurde deswegen für alle verbindlich auf den ersten Sonntag nach Frühlingsvollmond festgelegt. Mit dem Beschluss waren aber die Schwierigkeiten nicht endgültig beseitigt, weil die genaue Festlegung des ersten Frühlingsvollmonds Probleme mit sich brachte. Die genaue Berechnung ist auch nicht so einfach zu verstehen. Früher gab es da auch erhebliche Abweichungen innerhalb der Kirchen. Schließlich setzte ein römischer Abt auf Veranlassung von Papst Johannes I. im Jahre 525 n.Chr. die gebräuchliche Rechnung durch, die bis heute Bestand hat.

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Roger Moch

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Roger
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So. 17.03.19
Freiheit
Matthias Richter
Freiheit

Sind Sie ein freier Mensch? Zugegeben, das ist eine schwierige Frage, weil Freiheit

so vielschichtig ist.

Wenn Sie die folgenden Fragen bejahen können, sind Sie wahrscheinlich tatsächlich frei:

Können Sie eine Anschuldigung auf sich sitzen lassen, ohne sich sofort rechtfertigen zu müssen?

Können Sie mit anderen zusammen sein, die klüger oder erfolgreicher

oder schöner oder sonst was sind, ohne neidisch zu werden?

Können Sie eine gute Tat für sich behalten, ohne es an die große Glocke zu hängen?

Können Sie einen Tag lang leben, ohne daran zu denken, was andere von Ihnen denken könnten?

 

Ich bin überzeugt, dass wir selbst unser größter Sklaventreiber sind. Wir stecken so viel Kraft in unser Image: wie wir ankommen, was andere von uns denken.

Wir brauchen so viel Energie, dass andere uns so erleben, wie wir gern wären (und dann auch noch denken, wir seien wirklich so).

Wir brauchen so viel anstrengendes Versteckspiel, dass verborgen bleibt, was andere irritieren oder abschrecken könnte.

Damit sind wir leicht Sklaven unserer Angst, abgelehnt zu werden und anzuecken. Und Sklaven unseres Zwangs, zu gefallen und Anerkennung zu finden.

Wie wir mehr Freiheit gewinnen, ist ein Kernthema des christlichen Glaubens. Mein Wert steht fest, weil Gott mich so akzeptiert. Das heißt nicht, dass ich mich nicht verändern und entwickeln sollte.

Aber niemand hier hat das letzte Recht, mich zu bewerten oder zu beurteilen – außer eben Gott.

Deswegen ist das Vertrauen auf diesen Gott für mich der Weg zur Freiheit.

Der sagt zu mir (und Gott sei Dank nicht nur zu mir): Du bist wertvoll. Das ist die Quelle meiner Freiheit.

Wenn ich mich aber davon abhängig mache, was andere über mich denken, werde ich nie frei sein. Ich müsste mich jede Minute neu positionieren, um zu gefallen und Anerkennung zu finden.

Ein Kollege empfiehlt als Freiheitstraining heimliche gute Taten: Tun Sie immer wieder etwas Gutes, was garantiert verborgen bleibt, womit Sie weder Eindruck schinden noch Lob ernten. Machen Sie etwas Unpopuläres, was Sie sich nicht an die Brust heften können. Das ist ein Heilmittel gegen die Sucht zu gefallen und zu beeindrucken. Bei riesigen Nebenwirkungen wissen Sie, dass es anschlägt.

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Matthias Richter

Matthias
Richter
Theologischer Direktor des Agaplesion Diakonieklinikums
Elise-Averdiek-Straße 17
27356
Rotenburg
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(04261) 77-0
So. 10.03.19
Ein Chamäleon müsste man sein
Hartmut Nack
Ein Chamäleon müsste man sein

Jetzt ist es auf den Weg gebracht: Das EU-Parlament plant die Abschaffung der Zeitumstellung.

Nicht nur bei dieser jährlichen Umstellung wäre es hilfreich, wenn sich der Mensch einfach anpassen könnte, wie dieses bunte Kriechtier. Einfach die Farbe wechseln und mit den neuen Umständen verschmelzen. Doch in Wirklichkeit haben viele damit zu kämpfen, ihren Tagesrhythmus anzupassen.

Doch wir wollen nicht meckern. Es ist schon gut so, dass nicht immer alles „0815“ läuft. Es wäre doch schade, wenn ein Tag wie der andere wäre. Schließlich geschehen auch Dinge, die das Leben angenehm auf den Kopf stellen: Ein Heiratsantrag, die Geburt eines Enkel- oder Urenkelkindes oder eine neue Arbeitsstelle halten uns in Bewegung. Durch Begegnungen, neue Eindrücke und Herausforderungen bleibt unsere Welt in Bewegung und wir sind gefordert uns darauf einzustellen.

In aller Regel fällt das leicht. Manchmal fällt uns noch nicht einmal auf, dass sich etwas verändert hat. Aber es gibt auch Einschnitte, die den Atem anhalten lassen: Der Verlust eines lieben Menschen, eine Beziehungskrise oder die Erfahrung, hintergangen worden zu sein. Wie soll ein Mensch damit klar kommen? Abtauchen wie ein Maulwurf? Oder kühl darüber hinweg blenden wie eine stolze Katze?

Ich wäre am liebsten ein Chamäleon. Einfach die Farbe wechseln und eins werden mit den neuen Umständen. Aber wir sind nun einmal Menschen und Trauer, Schmerz und Ärger wiegen schwer. Aber zwei Dinge können wir von dem Kriechtier trotzdem lernen. Zum einen die langsam-tastenden Schritte des Chamäleons. Denn nur so, langsam und behutsam, können wir unser Leben wieder ordnen. Das braucht Zeit. Zum anderen ist es die lange, pfeilschnelle Zunge, um die nötige Wegzehrung zu fangen. Denn in schweren Zeiten ist es besonders wichtig, nicht trocken zu laufen.

„Gott hat uns nicht gegeben den Geist der Furcht, sondern der Kraft, der Liebe und der Besonnenheit.“ (2. Timotheus 1,7). Warum nicht die Zunge ausstrecken und die Kraft Gottes schmecken, die in uns ist. Vielleicht hilft’s dabei, wenn mein Leben mal wieder auf den Kopf gestellt wird und ich mich an neue Lebensumstände gewöhnen muss.

 

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Hartmut Nack

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Hartmut
Nack
Gemeindepastor in Scheeßel
Große Straße 16
27383
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So. 03.03.19
„Mal ehrlich“ – sieben Wochen ohne Lügen
Anja Bohling
„Mal ehrlich“ – sieben Wochen ohne Lügen

Die weißen Spitzenkniestrümpfe, die ich von Tante Marga als Sechsjährige geschenkt bekam, mochte ich überhaupt nicht. Das sagte ich ihr ganz ehrlich, was meine Mutter nicht gut fand. Sie raunte mir zu, dass ich das so deutlich nicht sagen und mich lieber dafür bedanken muss.

Ich verstand nicht, was daran falsch war, die Wahrheit zu sagen. Sonst war es doch immer wichtig gewesen, ehrlich zu sein. Auch heute als Erwachsene sträube ich mich dagegen, aus Höflichkeit „diplomatisch“ zu sein. Da sind wir schnell beim Kern der Sache: Wann fange ich an, jemanden anzulügen?

Wenn ich höflich sein und Tante Marga nicht verletzten möchte? Wenn ich mir beim Sport einen Vorteil verschaffen will und das Handspiel dementiere? Wenn ich meine Nachbarin vor einer harten Wahrheit schützen will? Wenn ich feige bin und nicht zu dem stehe, was ich verbockt habe? Wenn ich jemandem bewusst schaden will und Unwahrheiten verbreite?

Ganz klar: Es gibt Abstufungen beim Lügen, schädliche und unschädliche Lügen. Ich weiß als Christin aber auch, was in den 10 Geboten steht: „Belügt einander nicht.“ Aber: Die Wahrheit zu sagen, ist oft ein Abwägen von Schaden und Bewahren. Es geht immer um menschliche Beziehungen und darum, welche Absicht ich mit dem verfolge, was ich sage. Das Gebot ist eine Grundlage für mich: Geh so mit anderen um, rede so mit anderen, dass du kein Unrecht tust und Beziehungen zerstörst.

Jedes Jahr gibt es von Aschermittwoch bis Ostern eine Fastenaktion der evangelischen Kirche. In diesem Jahr werden wir eingeladen, in den sieben Wochen bis Ostern aufs Lügen zu verzichten. Denn Fasten bedeutet Verzicht und soll frei machen. Probieren Sie es aus und versuchen Sie, sieben Wochen aufs Lügen zu verzichten. Wie das gehen kann, erfahren Sie unter https://7wochenohne.evangelisch.de/

Und ich nehme mir vor zu üben, wie man Höflichkeit und Wahrheit miteinander in Einklang bringen kann, damit ich auf künftige Geschenksituationen vorbereitet bin.

 

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Anja Bohling

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Anja
Bohling
Diakonin
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So. 24.02.19
Neustart mit Gänseblümchen
Alexa Wilke
Neustart mit Gänseblümchen

Die 13-Jährige schmeißt die Tür hinter sich zu und wirft sich mit einem Wutschrei aufs Bett. Einige Minuten später klopft es. „Lass mich in Ruhe“, klingt es von drinnen: „Ich will nichts hören!“ Draußen wird es ruhig. Die Tochter liegt auf dem Bett und horcht auf die Stille. Sie denkt an nichts und wartet. Wie war es zu dem Streit gekommen? Sie erinnert sich nicht. Aber wie es jetzt weitergeht, das ist klar. Wie immer. Drei Tage Sendepause und dann der nächste Streit. „Ich hau ab“, murmelt sie. „Ich halt das hier nicht mehr aus.“ Der neue Gedanke gibt ihr Energie. Sie steht auf, geht zum Schrank. Sucht Sachen zusammen. Als sie den Rucksack hochnimmt, fällt etwas raus. Trockene Blumen. Sie hockt sich auf den Boden. Sucht die Blüten zusammen. Ein zerdrückter Kranz aus Gänseblümchen. Sie erinnert sich an den Nachmittag im Sommer. Die Wiese in der Sonne. Ständig waren ihr die Stängel kaputtgegangen. Die Mutter hatte alle Ruhe der Welt gehabt und ihr immer wieder neu gezeigt, wie sie die Blumen zusammenstecken musste. Bis es dann endlich geklappt hatte. Sie wiegt die Blumen in der Hand. Steigt die Treppe runter. Legt den Rucksack auf den Tisch. „Wir waren ganz schön lange nicht mehr wandern“, sagt sie und spielt beiläufig an der Küchenmaschine. Die Mutter sieht sie an. Schaut auf den Rucksack. Sie lächelt. „Ja. Lass uns mal wieder zusammen losziehen.“

Toll, wenn ich eigentlich schon genervt weiß, was als nächstes kommt und dann höre oder sehe ich etwas, das die immer gleichen Bahnen durchbrechen hilft. „Heute sollt ihr auf das hören, was er euch zu sagen hat! Macht euch nicht total zu und stellt euer Herz auf Empfang.“ (Hebräer 3,15, zitiert nach der Volxbibel).

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Alexa Wilke

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Sa. 09.02.19
I want to hold your hand
Katharina Brühl
I want to hold your hand

Heute vor genau 55 Jahren hatten die Beatles ihren ersten Auftritt im amerikanischen Fernsehen mit den Liedern: „All my Loving“, „Till There was you“, „She Loves you“, „I saw her standing there“ und „I want to hold your Hand“.

Das Motiv des Hand-Haltens begegnet uns im Alltag - überall, wo wir hinkommen, werden wir mit einem Hände-schütteln begrüßt und meistens auch verabschiedet.

Wenn Paare - oft besonders Paare, die noch nicht allzu lange zusammen sind - durch die Straßen laufen, halten sie sich an den Händen. So fühlen sie sich besonders verbunden und zeigen nach außen allen, denen sie begegnen: Wir gehören zusammen!

Auch kleinere Kinder, die gemeinsam mit ihren Eltern unterwegs sind, werden häufig an der Hand gehalten - so können sie nicht verloren gehen und fühlen sich geborgen an der ihnen so sehr vertrauten Hand.

Dieser Wunsch wird oft in der Taufe weitergegeben: Die Eltern wünschen sich für ihr Kind, dass Engel „sie auf Händen tragen“ mögen.

Was für ein schönes Bild! Egal wohin ich gehe, Gott oder seine Engel sind immer um mich herum und reichen mir die Hand, wenn ich stolpere oder einfach Halt brauche.

Die Beatles haben in ihrem Lied eine ähnliche Botschaft verarbeitet: Ein Mann singt dieses Lied für seine Freundin. Er wünscht sich sehr, dass sie ihn zu ihrem Mann macht. Wenn er mit ihr zusammen ist, dann ist er glücklich - er möchte einfach nur ihre Hand halten können.

Ich wünsche uns allen, dass auch wir jemanden haben, bei dem wir dieses Gefühl erleben können - I want to hold your hand.

 

Katharina Brühl, Vikarin

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Katharina Brühl

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So. 20.01.19
Kein Witz!
Dr. Matthias Wilke
Kein Witz!

Vorbei der ganze Zauber, denkt sich Claudia und packt etwas schweren Herzens alle Weihnachtssachen wieder ein. Zuletzt die Krippe – und das Jesuskind soll in Watte in eine Streichholzschachtel. War schön, dieses Jahr Weihnachten. Da kommt ihre kleine Tochter ins Zimmer, fragt ernst, warum Jesus denn wieder gehen muss, und erzählt, ohne die Antwort abzuwarten, einen Ostfriesenwitz, der ihr gerade wichtig ist.

Altbekannt und doch muss auch die Mama schmunzeln: Ein Ammerländer verlegt in Ostfriesland neue Überlandleitungen. Hoch oben arbeitet er an einem Mast, hoch über einer Weide. Kommt ein Ostfriese vorbei, lacht und geht weiter. Kommt ein zweiter, lacht ebenfalls und geht weiter. Dem nächsten aber, der grinsend an ihm vorbeigehen möchte, ruft der Ammerländer von oben herab zu: „Was gibt es denn da zu lachen?“ „Dumme Frage“, antwortet der Ostfriese. „Unter deinem Zaun laufen doch alle Kühe durch!“

Es gäbe wohl für alle viel weniger zu lachen, wenn wir immer verstehen würden, was der andere tut. Missverständnisse können einfach Freude machen. Wenn beide lachen. Lacht über längere Zeit nur einer, lacht oft bald keiner. Klug deshalb, wer fragt und sich befragen lässt.

Claudia packt weiter ihre Weihnachtssachen ein, aber nach dem Gespräch mit ihrer Tochter nun anders. Das Jesuskind bleibt da. Beide stellen es mit der kleinen Krippe hoch oben auf den Schrank. Da steht es nun an der Ecke, mehr zu ahnen als zu sehen. Aber sie beide wissen es und können sich beim „Unterdurchlaufen“ auch im Hochsommer immer mal wieder lächelnd daran erinnern: „Von Jesu Christus haben wir alle empfangen Gnade um Gnade“ (Johannes 1,16). Kein Witz – und immer wieder schön.

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Dr. Matthias Wilke

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So. 06.01.19
Wenn´s dir nicht gefällt: mach neu!
Martin Söffing
Wenn´s dir nicht gefällt: mach neu!

2019 ist frisch, verbreitet noch Neuwagenduft. Und viele haben gute Vorsätze; was soll nicht alles anders werden? Endlich rauchfrei, mehr Sport, gesünder essen, weniger Zeit mit Mobiltelefon und Tablet verdaddeln… Die Haltwertzeit solcher Vorhaben ist oft eher überschaubar.

Vielleicht macht es den Charme des Jahreswechsels aus: die Uhr auf null stellen und neu durchstarten. Ein reizvoller Gedanke. An Sylvester sieht alles so schön neu aus und glänzt noch unverbraucht. Und wenn´s dir nicht gefällt: mach neu.

Dabei tue ich dem Vergangenen leicht unrecht; zu entdecken, was im alten Jahr gut war, gelungen, wofür ich dankbar bin – das gehört für mich dazu. Ebenso wie der (selbst-)kritische Blick auf das, was ich mir anders wünsche, was sich gerne im neuen Jahr verändern darf.

Spannend finde ich die Frage, was ich selbst dazu beitragen kann. Es muss ja nicht gleich die Abrissbirne sein um alles neu zu machen, von Null auf Hundert quasi. Veränderungen fangen oft im Detail an, lassen sich im kleineren Format gut ausprobieren. Ein Neuanfang im H0-Maßstab? Warum nicht. Wichtig ist, die Gestaltungsräume zu entdecken – mögen sie am Anfang noch so klein erscheinen. Ein Hoch also auf die guten Vorsätze und die Sehnsucht nach Veränderung. Gerade wenn ich mir zugestehe dass nicht gleich alles neu und perfekt werden muss.

Und manchmal ist hilft nur eins: „Steig auf den Berg aus Dreck, weil oben frischer Wind weht.“ Dort lässt sich mit ein wenig Abstand entdecken, dass da mehr Glanz ist als es von unten betrachtet schien - … alles glänzt, so schön neu.

Ich wünsche ihnen viel Entdeckerfreude für das neue Jahr.

Ihr Martin Söffing

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Martin Söffing

Martin
Söffing
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Mo. 24.12.18
Nur nicht ja und Amen
Dr. Michael Blömer
Nur nicht ja und Amen

Ab Montag ist Weihnachten – das Fest des Friedens. Komischer Weise ist es das nicht, weil das Weihnachtsgeburtstagskind Jesus ein friedlicher Mensch war und vom Frieden gesprochen hat und friedlich mit seinen Zeitgenossinnen und -genossen umgegangen ist. Vielmehr ist Weihnachten das Fest des Friedens, weil dieser »holde Knabe im lockigen Haar« in diesem Stall unter diesen unheilbar romantisch anmutenden Bedingungen geboren worden ist. Dazu all dieses Halleluja und die Engel und die Hirten und der Weihrauch und die Weisen aus dem Morgenland.

Es spielt dabei nur eine untergeordnete Rolle, dass eine Geburt im Stall schon aus hygienischer Sicht nur sehr scheinbar etwas Romantisches hat und die jungen Eltern mit ihrem Kind gleich nach der Geburt ziemlich unromantisch nach Ägypten fliehen mussten, weil der König des Landes dem Kind nach dem Leben trachtete – macht nichts, Weihnachten ist und bleibt, egal wie seine Randbedingungen auch waren, das Fest des Friedens.

Wenn wir natürlich nach Syrien oder in den Jemen sehen oder sogar ins Geburtsland des holden Knaben, dann werden wir auch in diesem Jahr feststellen müssen, dass wir zwar alle Jahre wieder das Fest des Friedens begehen und einander in ganz friedlicher Absicht Smartphones, Parfüms oder gar ein Buch schenken – dass allerdings der Friede in jedem Jahr, in dem wir ihn feiern, weit hinter den in ihn gesetzten Erwartungen zurück bleibt.

Daran können wir wie in jedem Jahr leider wenig ändern. Außer vielleicht: Einspruch einlegen, wenn wieder jemand schlecht über andere redet. Hinsehen, wenn alle anderen wegsehen. Protestieren, wenn Gewalt eine Lösung zu sein scheint.

Ganz kleine gute Dinge tun. Und niemals resignieren.

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Dr. Michael Blömer

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Michael
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So. 23.12.18
Morgen, Kinder, wird´s was geben!
Dr. Matthias Wilke
Morgen, Kinder, wird´s was geben!

„Freuet euch in dem Herrn allewege, und abermals sage ich: Freuet euch!

Eure Güte laßt kundsein allen Menschen! Der Herr ist nahe!“ (Philipper 4 ,4-5). Und wie ist Ihnen gerade zumute, denken Sie an morgen (übermorgen)? Möchten Sie vor Freude springen? Oder ist Ihnen eher nach Grübeln über eine Zeitstreckungsmaschine, die den Tag auf 32 Stunden verlängert, damit Sie doch noch in Ruhe backen, putzen, Karten schreiben, einpacken könnten?

Wie auch immer: „Morgen, Kinder, wird’s was geben…“ Das steht außer Frage, nur was? Oh ha, morgen früh noch zum Bäcker und die Gans abholen und den Weihnachtsbaum schmücken und… was ich nicht alles vergessen könnte, wenn es blöd käme – und was würde das dann geben?

„Welch ein Jubel, welch ein Leben wird in unserm Hause sein…“ Ja, eine Menge Leben, wenn der Lennart über die Carla stolpert, weil er doch auf jeden Fall schneller bei den Geschenken sein möchte als seine krabbelnde Schwester. Eine Menge Leben, wenn Onkel und Tante zum vierundzwanzigsten Mal von ihrem Urlaub auf den Malediven anfangen zu erzählen, obwohl Oma lieber „Schneeflöckchen“ singen möchte. Oder eben auch gar kein Leben, weil ich am Heiligabend alleine in der Stube sitze.

„Freuet euch in dem Herrn allewege!“ Ein Jubel wird auf jeden Fall um uns sein. Denn ganz gleich, was alles es sonst noch bei uns geben wird (oder auch nicht), mit Blick auf die Krippe und leisem Gesang werden Gottes Engel mit und für uns beten – wenn „Am Weihachtsbaume die Lichter brennen“: „Gesegnet seid, ihr alten Leute, gesegnet sei, du kleine Schar! Wir bringen Gottes Segen heute dem braunen wie dem weißen Haar.“

 

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Dr. Matthias Wilke

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Superintendentur
Matthias
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stellv. Superintendent
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So. 16.12.18
Durch die Wüste
Hartmut Nack
Durch die Wüste

Die Erde ist wüst und ziemlich leer. Viel Leben gibt es in dieser staubigen Hitze nicht. Nur ein paar wenige Menschen versuchen, hier zu überleben. Es gibt einen ständigen Streit um das knappe kostbare Wasser. Nur eine Sache scheint noch wertvoller zu sein: Benzin. Denn die letzten Überlebenden müssen mit ihren aufgerüsteten riesigen Maschinen durch die vertrockneten Lande fahren. Eine merkwürdige Welt, die in dem Actionfilm Mad Max. Fury Road beschrieben wird. Sie scheint so ziemlich das Gegenteil von unserer kalt-feuchten Adventszeit zu sein, wo man höchstens mal um das richtige Weihnachtsgeschenk kämpfen muss. Doch auch bei Mad Max gibt es nicht nur die effektvolle Aufführung. Sondern es geht um etwas hoffnungsvolles: Ein paar letzte Pflanzensamen müssen gerettet werden. Das wird in dem Film zur Mission von Max, der mit einem Riesentransporter die Saat der Hoffnung durch die Wüste bringt. Ein ähnliches Szenario beschreibt auch der Bibelvers von dem Propheten Jesaja für die letzte Adventswoche: „Bereitet dem Herrn einen Weg in der Wüste; denn siehe, der Herr kommt gewaltig.“ (Jes 40,3.10)

Diese Vorstellungen und Bilder, wenn Gott auf die Erde kommt, sind hier schon ganz schön gewaltig. Manchmal fast so actionreich wie in dem Film Mad Max. Aber der Mittelpunkt bei beiden ist etwas anderes: Die Hoffnung die dabei transportiert wird. Und gerade im Advent wird das konkret. Nicht die Pflanzensamen, die neues Leben bringen, sind hier das Thema. Sondern ein Kind, das gewaltig angekündigt wird und dann aber ganz schlicht und klein zu uns auf die Erde kommt.

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Hartmut Nack

Arbeitsbereich in der Kirchengemeinde: 
Gemeindegruppen
Mitarbeit im Gottesdienst
Pastor/-innen
Hartmut
Nack
Vikar in Kirchwalsede
So. 09.12.18
Macht hoch die Tür…
Hilke Bauermeister
Macht hoch die Tür…

Kennen Sie das Lied: „Macht hoch die Tür, die Tor macht weit…“? Unter der Nummer 1 steht es im evangelischen Gesangbuch. Darüber steht die Überschrift „Advent“.

„Macht hoch die Tür, die Tor macht weit…“ - Eine merkwürdige Aufforderung, wenn man es mal recht bedenkt. Es gibt ja gute Gründe, warum man Tür und Tor verschlossen hält, gerade in der dunklen Jahreszeit. Es soll ja schließlich nichts wegkommen. Tür und Tor sind da zum Schutz für Hab und Gut.

Und nun gerade im dunklen Monat Dezember singen wir in den Kirchen „Macht hoch die Tür, die Tor macht weit…“ Was ist so anders im Advent, dass wir Tür und Tor aufmachen sollen, obwohl es draußen kalt und dunkel ist? Wo Tür und Tor offen stehen, da können sich Menschen versammeln. Da ist Begegnung möglich. Da trifft man sich. Hinter verschlossenen Türen bleibt man für sich. Jetzt denken Sie vielleicht: Das ist ja manchmal auch gut so. Es gibt vielleicht auch diesen oder jenen, den man gar nicht so gern sehen möchte, weil man schon vorher weiß: Es gibt nur Zank und Streit. Im Advent und zu Weihnachten gehen ja nicht automatisch alle Wünsche in Erfüllung. Nicht jeder Ärger verfliegt. Mancher Schmerz bleibt. Wir merken zu Weihnachten auch, was uns fehlt. Und Leere fühlt sich an den Feiertagen womöglich noch schlimmer an als sonst. Aber da ist Hoffnung, Hoffnung auf mehr! „Macht hoch die Tür, die Tor macht weit; es kommt der Herr der Herrlichkeit, ein König aller Königreich, ein Heiland aller Welt zugleich, der Heil und Leben mit sich bringt; derhalben jauchzt, mit Freuden singt: Gelobet sei mein Gott, mein Schöpfer reich von Rat.“

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Hilke Bauermeister

Arbeitsbereich in der Kirchengemeinde: 
Pastor/-innen
Hilke
Bauermeister
Pastorin
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27356
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So. 02.12.18
Es ist wieder so weit!
Ralf Altebockwinkel
Es ist wieder so weit!

Haben Sie heute schon das erste Türchen geöffnet? Das erste Geschenk ausgepackt? Die Adventskerze zum ersten Mal angezündet? Planen Sie schon ihren Besuch heute Abend beim „Lebendigen Adventskalender“?

Ja, es ist wieder so weit! Die Zeit der Vorfreude auf Weihnachten hat angefangen und mit dem heutigen Tag beginnt für viele auch die Zeit der Adventskalender. Ich erinnere mich noch gut an meine schönsten Adventskalender. Der meiner Kindheit, ein auf Kartoffelsack aufgenähter Weihnachtsmann und viele kleine Geschenke dran – und ein großes, auf das ich mich dann den ganzen Dezember am meisten freute. Oder als ich allein im Studentenwohnheim wohnte und meine Verlobte mir einen Tee-Adventskalender schenkte. Jeden Tag ein besonderer Tee – und einige Minuten der Ruhe und des Gefühls: Da ist jemand, dem ich wichtig bin und der auf mich wartet.

Adventskalender helfen mir, mich auf das einzustellen, was auf mich zukommt. Oder genauer: auf den, der auf mich zukommt, über den in der Bibel geschrieben wird: „Siehe, dein König kommt zu dir, ein Gerechter und ein Helfer.“ Mit jedem Türchen, das ich öffne, mit jeder kleinen Freude, die mir gemacht wird, verstehe ich ein bisschen mehr, wie wunderbar diese Adventsbotschaft ist. Du bist nicht allein, jemand liebt dich und will dich beschenken.

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Ralf Altebockwinkel

Arbeitsbereich in der Kirchengemeinde: 
Kirchenvorstand
Pastor/-innen
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Kirchengemeindeverband
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Ralf
Altebockwinkel
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So. 25.11.18
Wie weit ist mein Horizont?
Thomas Steinke
Wie weit ist mein Horizont?

Kopfkino: Ich stehe am Meer, frische Luft, gelblich-roter Himmel, der Horizont eine klare Linie, hinter der die Sonne als feuriger Ball verschwindet. Ich liebe es, diese Weite. Sie stellt mein kleines Leben und meine kleine Welt in einen großen Zusammenhang.

Auf einmal tauche ich wieder auf, mitten in meinem Alltag. In meiner privaten Welt, in der es um meine Familie, um mich, um unsere Freundinnen und Freunde geht. In der sich alles um unser persönliches Wohlergehen dreht. Zumindest in dem Sinn, dass die Dinge funktionieren und wir größere Katastrophen möglichst von uns fernhalten. Mein Horizont: Bis zum Gartenzaun?

Und manchmal auch nur bis zum Abend? Weil jeder Tag seine eigenen Herausforderungen hat und mich voll und ganz fordert. Abarbeiten von Listen, was alles zu erledigen ist. Leben von der Hand in den Mund.

Auch gesellschaftlich? Wie weit ist unser Horizont da eigentlich? Setzen wir uns nur für unsere eigene Berufs- oder Interessensgruppe ein, für unsere eigene Altersgruppe? Was ist mit den anderen? Mit den nachfolgenden Generationen oder mit den alten Menschen? Und mit denen hinter unserer Landesgrenze oder die von dort zu uns gekommen sind?

Und unser kirchlicher Horizont, reicht der nur bis zum eigenen Kirchturm? Und die Nachbargemeinden, die anderen Konfessionen oder die Menschen anderer Religionen und Weltanschauungen interessieren uns nicht wirklich?

In diesen Tagen zwischen Volkstrauertag und Ewigkeitssonntag tritt sie uns entgegen, die Frage nach unserem Horizont. „Herr, lehre uns bedenken, dass wir sterben müssen, damit wir klug werden“, heißt es in Psalm 90, Vers 12. Im Horizont meines begrenzten Lebens rücken sich die Dinge heilsam zurecht. Überlege ich, was mir wirklich wichtig ist. Wofür und wem ich verantwortlich bin. Wozu ich eigentlich lebe, worauf ich am Ende einmal zurückblicken möchte: Dass Menschen Vorrang haben vor Dingen, dass Beziehungen wichtiger sind als alles Materielle. Dass der Horizont meiner Verantwortung weiter ist als meine engen Grenzen. Dass ich nicht zuerst als Vertreter der Institution Kirche in Erinnerung bleiben möchte. Sondern als Freund von Jesus Christus, durch den andere etwas von seiner Liebe erfahren haben.

Und doch ist die Grenze meines eigenen Todes nicht der letzte Horizont für mich: Hinterm Horizont geht's weiter. Darum nochmals Kopfkino – nein, viel mehr: Versprechen des auferstandenen Jesus Christus an alle, die ihm vertrauen: „Wenn die Sonne Deines Lebens sinkt, dann werde ich da sein. Hinterm Horizont warte ich auf Dich, in der neuen Welt Gottes, in der Ewigkeit.“
Was für ein grenzenloser Horizont! Ich liebe diese Weite!

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Thomas Steinke

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Mission, Ökumene und Partnerschaft
Thomas
Steinke
Pastor für Gemeindeinnovation in den Kirchenkreisen Rotenburg und Bremervörde-Zeven
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29640
Schneverdingen
Tel.: 
(05193) 9662586
Mi. 21.11.18
Grenze zwischen Gut und Böse
Haike Gleede
Grenze zwischen Gut und Böse

„Die Grenze zwischen Gut und Böse verläuft durch das Herz eines jeden Menschen.“

Dieses Zitat stammt vom russischen Schriftsteller und Nobelpreisträger Alexander Solschenizyn.

Gut und Böse, beides ist in uns Menschen verankert. Und manchmal machen wir uns schuldig. „Wer unter euch ohne Sünde ist, der werfe den ersten Stein.“ (Joh. 8, 7)

fordert Jesus die Leute auf, die die Ehebrecherin steinigen wollen. Betreten gehen alle weg.

Biblisch gesehen ist Schuld etwas, das uns von Gott trennt, etwas, das dem Leben schadet oder es zerstört. Immer wenn ein Mensch oder auch die Natur durch mich verletzt wird, werde ich schuldig. Wie kann ich aus dieser Schuldenfalle herauskommen?

Martin Luther hat dieses Thema umgetrieben. Lange hat er darüber nachgedacht: „Wie stimme ich Gott gnädig?“. Er fand eine überzeugende Antwort beim Apostel Paulus: Allein aus Glauben wird der Mensch gerechtfertigt.

Das ist die befreiende, wohltuende Botschaft des Evangeliums. Darum geht es in den Gottesdiensten am Buß- und Bettag, der in der Reformationszeit eingeführt wurde.

Es ist eine Gelegenheit, das Verhältnis zu den Mitmenschen, zu Gott und zu sich selbst zu überdenken. Da gibt es so vieles, was an der Seele nagt und das Herz schwer macht. Wie gut tut es, bei Gott alles Belastende abzulegen und Vergebung zu empfangen.

„Die Grenze zwischen Gut und Böse verläuft durch das Herz eines jeden Menschen.“

Es liegt an mir diese Grenze zu verschieben und den guten Kräften in mir mehr Raum zu geben als den bösen Mächten.

Mir gefällt der Rat des Paulus: „Lass dich nicht vom Bösen überwinden, sondern überwinde das Böse mit Gutem.“ (Römer 12, 21)

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Haike Gleede

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Pastor/-innen
Haike
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Pastorin
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Mi. 21.11.18
Goldene Zeiten
Achim Blackstein
Goldene Zeiten

Es soll ja einen König gegeben haben, vor sehr langer Zeit, der Midas hieß und der eine besondere Gabe hatte. Mit dieser Gabe konnte Midas alles, was er berührte, in Gold verwandeln. Einfach alles. Sogar sein Essen und Trinken und schließlich auch seine Tochter, die er umarmen wollte. Spätestens da merkte Midas, dass seine Gabe eigentlich mehr ein Fluch war und er wollte sie so schnell es nur ging loswerden.

Midas ist nur ein Mythos, eine ausgedachte Geschichte aus dem Altertum. Doch viele Menschen wünschen sich auch heute noch genau diese Gabe, Gegenstände in Gold zu verwandeln. Und es scheint, dass Internet kann das für uns tun. Viele Internetpioniere sind heute steinreich und haben ihre Aktivitäten in Gold verwandelt. Und auch viele Nutzer freuen sich an stundenlanger Unterhaltung und schier endlosem Wissen das auf Knopfdruck kostenlos zur Verfügung steht.

Es könnten goldene Zeiten sein! Doch nicht jeder Klick ist Gold. Manchmal stoßen wir dabei auf Fake-News, falsche Nachrichten, Lügen, die extra geschrieben wurden, um uns zu verwirren, zu manipulieren und als Gesellschaft zu spalten. Irgendwie ist das ein Fluch unserer Zeit, so wie Terror und Angst. Ob vieles, was wir anfassen so in die Hose geht? Vielleicht. Doch aus Fehlern dürfen wir lernen, Vergebung erfahren, neu beginnen, es besser machen. Wir können uns neu orientieren, an menschlichen Werten, an Gottes Liebe und Zutrauen. Und wir können achtsam mit uns und unseren Mitmenschen umgehen. Für all das steht der Buß- und Bettag.

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Achim Blackstein

Arbeitsbereiche im Kirchenkreis: 
Schulpastor/-innen
Achim
Blackstein
Berufsschulpastor
So. 18.11.18
"Suche Frieden und jage ihm nach"
Rolf Hirte
"Suche Frieden und jage ihm nach"

Es ist Volkstrauertag, ein Feiertag, an dem in vielen Ortschaften unseres Landes an die gefallenen Soldaten der Weltkriege und der Kriege unserer Tage gedacht wird. Ebenso wird in den Gedenkfeiern an das Leid der verschleppten, verletzten und getöteten Zivilisten und an alle Opfer von Gewaltherrschaft erinnert.

Die Opfer von Krieg und Gewalt mahnen uns, immer wieder für den Erhalt des Friedens und die Ermöglichung friedlichen Miteinanders zu arbeiten. Gerade heute scheint mir das besonders wichtig zu sein. In den Jahren des „Kalten Krieges“, war für viele Krieg zu führen einfach undenkbar, weil ein nuklearer Krieg millionenfachen Tod und das Ende der uns bekannten Zivilisation bedeutet hätte.

Heute scheint es mir für immer mehr Menschen wieder denkbar zu werden, mit kriegerischen Mitteln die eigenen politischen Ziele durchzusetzen. Aber Frieden lässt sich auf die Dauer nicht mit Gewalt sichern. „Suche Frieden und jage ihm nach“. So heißt es in der Bibel in Psalm 34. Frieden kann schnell entschwinden, darum muß man ihm nachjagen. Das ist anstrengend. Aber es lohnt sich. Vertrauen aufbauen und stärken, lernen wie man Konflikte lösen kann ohne Gewalt.

Und das passiert ja auch schon: bei Schüleraustausch und Städtepartnerschaften, guten Handelsbeziehungen und Kulturaustausch mit anderen Nationen. Ich wünsche uns allen einen langen Atem und viel Phantasie für viele Projekte, die Menschen aus aller Herren Länder zusammenbringen, um gemeinsam Probleme zu lösen und um gemeinsam zu feiern.

Und so mag aus dem Gedenken am Volkstrauertag dann in der Zukunft etwas Frohes erwachsen.

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Rolf Hirte

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Diakonische Einrichtungen
Rolf
Hirte
Klilnikseelsorger am AGAPLESION DIAKONIEKLINIKUM ROTENBURG
Elise-Averdieck-Straße 17
26365
Rotenburg (Wümme)
Tel.: 
(04261) 77-36 63
So. 11.11.18
Wie von Zauberhand
Ole Peyk
Wie von Zauberhand

Immer am Abend des 11. Novembers lag da wie von Zauberhand dieses kleine Tütchen, zugebunden mit einen goldenen Bändchen, auf meinem Kopfkissen. In jedem Jahr war das so, in dem ich als Kind und Jugendlicher noch zu Hause bei meinen Eltern lebte. Gefüllt mit ein wenig Schokolade, den ersten Marzipankartoffeln, Lebkuchenherzen und Pfefferkuchen. Für mich begann mit diesem kleinen Tütchen immer die dunkle, gemütliche und besinnliche Jahreszeit. Morgen ist wieder der 11. November und ich werde mich an diese Tradition meiner Familie und an den dazugehörigen Grund erinnern. Morgen ist St. Martin.

Mit diesem Tag werden viele unterschiedliche Bräuche verbunden. Die Martinsgans oder der Laternenumzug mit Liedern durch die Stadt oder das Dorf. Sie alle erinnern an den heiligen Martin von Tours und seine Geschichte. Die Geschichte, die in einer bitterkalten Nacht spielt, in der der damalige Soldat seinen Mantel mit einem Bettler teilte. Dieses Ereignis veränderte das Leben von Martin grundlegend. Er ließ sich taufen, kündigte als Soldat und wurde Mönch. Diese Geschichte verbinde ich mit einem Vers aus der Bibel. „Weigere dich nicht, dem Bedürftigen Gutes zu tun, wenn deine Hand es vermag.“ - (Sprüche, 3,27). Martin hatte damals als Soldat weder Geld noch Nahrung bei sich, um das ihn der Bettler anflehte. Lediglich seine Waffen und Soldatenkleidung. So gab Martin das, was er in diesem Moment konnte. Das, was seine Hand vermochte. Ein Teil des Mantels erhielt der Bettler, mit dem anderen wärmte er sich selbst. Jeder kann etwas geben. Die eine Hand etwas mehr als die andere. Aber alles ist ausreichend. Es ist die Tat an sich, die das Handeln wertvoll macht.

Es ist nur ein kleines Tütchen mit goldenem Bändchen gewesen. Verbunden mit der jährlich wie von Zauberhand wiederkehrenden Überraschung, mit dem St.-Martins-Tag und der Geschichte, hält es aber die Erinnerung wach, dass selbst Kleinigkeiten etwas bewirken und große Freude bereiten können. Amen.

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Ole Peyk

Arbeitsbereiche im Kirchenkreis: 
Jugendarbeit
Arbeitsbereich in der Kirchengemeinde: 
Diakon/-innen
Gemeindegruppen
Arbeitsbereich in der Kirchenregion: 
Diakon/-innen
Kirchengemeindeverband
Ole
Peyk
Kinder- und Jugendarbeit der Kirchenregion Rotenburg
Am Kirchhof 9
27356
Rotenburg (Wümme)
Tel.: 
(04261) 3741
So. 28.10.18
Endlich frei
Lotte Blattmann
Endlich frei

Endlich frei, das werden am nächsten Mittwoch viele sagen. Schulfrei, arbeitsfrei.

„Freiheit, schöner Götterfunke“ sangen Chöre aus aller Welt im Jahr 1989 voller Freude über den Mauerfall und dichteten so Beethovens „Ode an die Freude“ um. Freiheit ist eine Sehnsucht. Jeder, der einmal von einer Reise geträumt hat, weiß das. Freiheit gehört zum Reformationstag.

Wie bitte: Freiheit und Kirche? Ist die Kirche nicht voller Regeln? Ich sehe das nicht so. Heutige Gottesdienste sind meistens nicht langweilig oder unfrei. Und wenn das einmal so ist, dann ist das nicht im Sinne des 'Erfinders'. Denn über Jesus heißt es in der Bibel: „Zur Freiheit hat uns Christus befreit!“ (Gal 5,1). Martin Luther kritisierte deshalb jede Unfreiheit in der Kirche und predigte: „Du musst nichts leisten, um geachtet zu werden. Du bist geliebt, auch wenn du ganz und gar nicht perfekt bist. Egal, wie viel du besitzt oder wie intelligent du bist: Jeder zählt gleich viel für Gott.“ Das zu glauben befreit, über dem Leistungsdruck zu stehen.

Wussten Sie, dass Martin Luther eigentlich gar nicht Martin Luther hieß? Am 11. November 1483 wurde er auf den Namen Martin Luder getauft, Luder, wie seine Eltern. Bis zum Jahr 1517 nannte er sich so. Bis zum Thesenanschlag, dem Beginn der Reformation. Von diesem Zeitpunkt an nannte er sich Luther. Nicht, weil das besser klingt. Sondern weil im Namen „Luther“ das griechische Wort „eleutheria“ anklingt, auf Deutsch: Freiheit. Martin Luther: der Befreite, der von Freiheit redet.

Einmal mitten in der Woche verschnaufen und einatmen, das tut gut. Freiheitsluft. Sehen wir uns im Gottesdienst am Reformationstag? Endlich frei, das wäre schön!

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Lotte Blattmann

Lotte
Blattmann
Pastorin in Fintel

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