Der Kirchenkreis Rotenburg

So ist Kirche hier im Kirchenkreis Rotenburg. Das macht sie. Dazu ist sie in unserer Welt nützlich und notwendig. Das sind die Menschen, die sich hier engagieren. Das sind ihre Erfahrungen, Ideen und Ziele. Und immer wieder wird deutlich: In dieser Kirche ist Platz, um selbst dabei zu sein, mitzuerleben und auch mitzugestalten.

Flyer zum Schutz des Kindeswohls erschienen

„Kindeswohl geht alle an“ – so heißt ein Flyer, den der Kirchenkreisjugenddienst Rotenburg herausgegeben hat. Darin ist nachzulesen, welche Maßnahmen im Kirchenkreis zum Schutz von Kindern und Jugendlichen ergriffen werden. Auslöser, diese Information zu drucken und sowohl interessierten Eltern sowie ehrenamtlich Tätigen in der Kinder- und Jugendarbeit zur Verfügung zu stellen, ist die Umsetzung des Bundeskinderschutzgesetzes, das 2012 in Kraft getreten ist.

„Es fordert alle freien Träger in der Jugendarbeit auf, von seinen Mitarbeitenden ein erweitertes Führungszeugnis einzufordern“, erläutert Superintendenten Hans-Peter Daub. Dadurch soll vermieden werden, dass verurteilte Sexualstraftäter in der Jugendarbeit aktiv werden. „Wir im Kirchenkreis Rotenburg empfinden das als ungenügend. Deshalb sieht der Schutz von Kindern und Jugendlichen im Kirchenkreis Rotenburg viele weitere Aspekte vor“, sagt Daub.

Natürlich lässt sich der Kirchenkreisjugenddienst von Personen ab 18 Jahren, die in der Kinder- und Jugendarbeit im Kirchenkreis aktiv sind, dieses geforderte Führungszeugnis vorlegen. Das fordert eine Kooperationsvereinbarung, die die Landkreise dem Bundesgesetz folgend mit allen freien Trägern in der Kinder- und Jugendarbeit abschließen. Führungszeugnisse werden von der jeweils zuständigen Meldebehörde ausgestellt. Für Ehrenamtliche ist bei Vorlage einer entsprechenden Bescheinigung ihrer Kirchengemeinde oder des Kirchenkreises die Ausstellung eines erweiterten Führungszeugnisses kostenfrei.

„Doch das ist nur der formale Teil. Davon versprechen wir uns keinen wirklichen Effekt“, erklärt der Superintendent. Viel wichtiger sind ihm und Kirchenkreisjugenddiakon Werner Burfeind die Schulungen, an denen alle Ehrenamtlichen in der Kinder und Jugendarbeit im Kirchenkreis Rotenburg teilnehmen. Dort werden konkrete Verhaltensregeln im Umgang mit Kindern und Jugendlichen verabredet. „Beispielsweise machen wir uns bewusst, dass wir eine besondere Vertrauens- und Autoritätsstellung einnehmen, mit der wir jederzeit verantwortlich umgehen wollen. Auch nehmen wir genau wahr, wie viel Nähe und Distanz jede Person zulässt und respektieren sie. Unsere Arbeit ist von Wertschätzung und Vertrauen geprägt“, erläutert Burfeind. Er hatte als Kirchenkreisjugendwart maßgeblichen Anteil am Zustandekommen der Schulungsinhalte und des Flyers.

„Es macht einen großen Unterschied, ob man diese Dinge regelmäßig thematisiert oder als selbstverständlich voraussetzt. Uns ist es wichtig, sich immer wieder bewusst zu machen, mit welcher Haltung wir Kindern und Jugendlichen begegnen“, sagt Burfeind. Zwei weitere Themen werden in den Schulungen angesprochen, die Daub und Burfeind mindestens genauso wichtig sind: „Es geht beim Kindeswohl nicht nur um den Umgang mit Kindern und Jugendlichen in den kirchlichen Angeboten. Die meisten Gefährdungen passieren im häuslichen Umfeld“, sagt der Superintendent. Deshalb lernen Mitarbeitende, worauf sie achten müssen, um vernachlässigte oder misshandelte Kinder in der Gruppe zu erkennen. Und sie erfahren, was sie tun können, wenn sie einen entsprechenden Verdacht haben. „Da gibt es genaue Festlegungen, mit wem ein erstes Gespräch geführt werden soll und woher dann mögliche Hilfen kommen können“, erklärt Burfeind.

Die Schulungen führt der Kirchenkreis Rotenburg bereits seit 2010 durch. Jährlich sind es rund 100 Jugendliche, die zwischen Böhme und Wümme auf diese Weise im Umgang mit Kindern und Jugendlichen sensibilisiert werden. Am Ende unterschreiben sie eine Selbstverpflichtungserklärung, dass sie sich an die Verabredungen halten wollen. Wer dann auf eine Jugendfreizeit mitfährt, oder an einer anderen Aktivität teilnimmt, die mit einem intensiveren und längeren Kontakt zu Kindern und Jugendlichen verbunden ist, muss jedes Mal erneut einen Teamvertrag unterschreiben, in dem er erklärt, dass er sich an die Regeln hält und dass strafrechtlich nichts gegen ihn vorliegt.

„Wir glauben, dass wir mit unseren Maßnahmen beispielgebend sind“, sagt Daub. Er und Burfeind hoffen, dass die Landkreise es nicht bei dem Einfordern eines Führungszeugnisses belassen, sondern die freien Träger der Jugendarbeit bei ihrem Auftrag zum Schutz des Kindeswohls noch aktiver unterstützen. Den Flyer „Kindeswohl geht alle an“ können Interessierte nebenstehend abrufen.

 

 

DATUM

19. Juli 2014

AUTOR

Anette Meyer
BILDER (1)
Hans-Peter Daub (links) und Werner Burfeind setzen auf Schulung der Ehrenamtlichen in der Jugendarbeit.
Hans-Peter Daub (links) und Werner Burfeind setzen auf Schulung der Ehrenamtlichen in der Jugendarbeit.
Hans-Peter Daub (links) und Werner Burfeind setzen auf Schulung der Ehrenamtlichen in der Jugendarbeit.

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