Klimaschutz-Teilkonzept für den Kirchenkreis Rotenburg

Der Kirchenkreis Rotenburg strebt eine deutliche Reduktion des Energieverbrauchs und der CO2-Emissionen im Gebäudebestand an, um die Bewahrung der Schöpfung nicht nur zu verkündigen, sonder beispielgebend dort tätig zu werden, wo im kirchlichen Bereich unmittelbar am meisten erreicht werden kann. Die Zielgröße für die CO2-Minderung ist von der Landeskirche gesetzt. Die bisherige Zielgröße von -25% bis 2015 wird im Klimaschutzkonzept der Landeskirche um eine Perspektive bis 2050 erweitert. Der Kirchenkreis Rotenburg will sich und seine Gemeinden mit dem Klimaschutz-Teilkonzept in die Lage versetzten, ein Klimaschutz-Management aufzubauen, um mit dem Instrumentarium CO2-mindende Maßnahmen systematisch anzuregen, die limitierten Finanzmittel effektiv für die Einsparziele einzusetzen und die Nachhaltigkeit von Maßnahmen im Controllingprozess zu Sichern.

Dieses Projekt wird gefördert vom  Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestagen unter dem Förderkennzeichen 03KS3199.

Kirchenkreistag: Bewahrung der Schöpfung Topthema

Nach neun Monaten intensiver Arbeit legte das Planungsbüro D:4 aus Berlin auf der jüngsten Sitzung des Kirchenkreistags im Gemeindehaus der Stadtkirche Rotenburg seinen Abschlussbericht vor. Das Büro hatte 43 Gebäude im Kirchenkreis Rotenburg unter energetischen Gesichtspunkten unter die Lupe genommen, Einsparpotenziale identifiziert und ganz konkrete Vorschläge für ein effektives Klimaschutz-Management entwickelt. „Das war ein breiter Beteiligungsprozess durch alle Kirchengemeinden. Er hat mir gezeigt, dass alle bereit sind, den Klimaschutz als ernste Größe in das Denken und Handeln mit aufzunehmen“, sagt Ludger Hohmann, Projektleiter von D:4.

Mit den Kirchengemeinden sind die Ergebnisse der Analysen bereits im Einzelnen besprochen worden, und sie haben jede ihr eigenes Gutachten erhalten. Doch ein effektives Klimaschutz-Management kann nur funktionieren, wenn die Kirchengemeinden gemeinsam mit dem Kirchenkreis ein schlüssiges Konzept erarbeiten und auf den Weg bringen. Nur so können Kompetenzen gebündelt und Fördergelder generiert werden.

Die im Abschlussbericht formulierten Klimaschutzziele für den Kirchenkreis Rotenburg sind an die Zielsetzungen des Integrierten Klimaschutzkonzeptes (2012) der Landeskirche Hannovers angelehnt. „Es ist realistisch, dass Sie hier eine CO2-Reduktion von 20% erreichen können“, erklärt Hohmann den Mitgliedern des Kirchenkreistags. Diese Zahl ist berechnet bezogen auf das Jahr 2005 als Basisjahr und soll erreicht werden bis zum Jahr 2015. Das beideutet eine Einsparung von noch rund 195t CO2 in den nächsten zwei Jahren.

In dem Gutachten liefern die Fachleute eine große Anzahl konkreter Handlungsempfehlungen. So können die Gemeinden einen Teil der Einsparungen durch energiesparendes Verhalten erzielen oder durch eine Optimierung der Gebäudenutzung, beispielsweise wo ein Gemeindehaus permanent geheizt, aber nur an wenigen Tagen in der Woche genutzt wird. Auch der Einkauf von Strom nach ökologischen Kriterien wirkt sich positiv auf die CO2-Bilanz aus. Der größte Bereich sind jedoch bauliche Maßnahmen wie etwa die Dämmung von Fassaden oder oberen Geschossdecken oder die Erneuerung alter Heizungen. Die Gutachter haben 39 solcher Maßnahmen für 34 Gebäude im Kirchenkreis vorgeschlagen. Sie schätzen, dass dafür ein Budget von 400.000 Euro bis zum Jahr 2015 nötig wird.

Dass sich dabei nicht alle Investitionen kurz- oder mittelfristig amortisieren werden, war auch Thema auf dem Kirchenkreistag. „Wir haben eine Verantwortung für die Bewahrung der Schöpfung und wollen einen realen Beitrag zum Klimaschutz leisten“, war die Auffassung von Hartmut Ladwig, dem Vorsitzenden des Kirchenkreistags. Superintendent Hans-Peter Daub betonte die Vorbildrolle, die die Kirche in Fragen des Klimaschutzes hat. „Klimaschutz ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, und wir haben die Chance, jetzt als Multiplikatoren dieses Anliegen voranzubringen.“

Deswegen hoffen er und Gerald Lilie, Vorsitzender des Umweltausschusses, dass die Kirchengemeinden den Klimaschutz wirklich als ein wichtiges Anliegen etablieren können. Denn er kann nur gelingen, wenn ein Netzwerk aus engagierten Personen aus allen Gemeinden zusammenwirkt. „Eine Auflage der Landeskirche ist, dass jede Gemeinde einen Klimaschutzbeauftragten benennt. Der kommt natürlich aus den Reihen der Ehrenamtlichen“, sagt Lilie.

Bei der Finanzierung kann der Kirchenkreis auf die Unterstützung durch unterschiedliche Fördertöpfe hoffen. So wurde bereits das Gutachten des Planungsbüros D:4 zu 50 % aus Mitteln der Nationalen Klimaschutzinitiative des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit finanziert. Auch die Landeskirche Hannovers hält finanzielle Unterstützungen bereit. Als erste Maßnahme plant der Kirchenkreistag, Fördergelder aus Hannover für das Gebäudemanagement in Anspruch zu nehmen. „Wir denken Gebäudemanagement und Klimaschutz zusammen, und so könnte ein Architekt oder ein Büro mit uns gemeinsam die nötigen Maßnahmen mit den Kirchengemeinden planen und durchführen“, sagt Daub.

Bis zur nächsten Sitzung des Kirchenkreistags im Dezember sind die Mitglieder nun aufgerufen, die vorgeschlagenen Klimaschutzziele aus dem Gutachten in ihren Kirchengemeinden zu diskutieren. Dann wird über den weiteren Weg abgestimmt.

BILDER (1)
Jörn Focken (links) und Ludger Hohmann (sitzend) vom Planungsbüro D:4 übergeben das Abschlussgutachten an Hans-Peter Daub (von rechts), Gerald Lilie und Hartmut Ladwig.
Jörn Focken (links) und Ludger Hohmann (sitzend) vom Planungsbüro D:4 übergeben das Abschlussgutachten an Hans-Peter Daub (von rechts), Gerald Lilie und Hartmut Ladwig.

WEITERE INFORMATIONEN

Lesen Sie einen weiteren Text zum Thema Klimaschutzkonzept an Gebäuden auf den Meldungsseiten dieser Homepage.