Der Kirchenkreis Rotenburg

So ist Kirche hier im Kirchenkreis Rotenburg. Das macht sie. Dazu ist sie in unserer Welt nützlich und notwendig. Das sind die Menschen, die sich hier engagieren. Das sind ihre Erfahrungen, Ideen und Ziele. Und immer wieder wird deutlich: In dieser Kirche ist Platz, um selbst dabei zu sein, mitzuerleben und auch mitzugestalten.

Alte Gebäude unter die Lupe genommen

Dem Klimaschutz soll in den nächsten Jahren im Kirchenkreis Rotenburg besondere Aufmerksamkeit geschenkt werden. „Wir werden uns dabei auf die Hauptquelle für die Entstehung von CO2 in unserem Verantwortungsbereich konzentrieren: der Gebäudenutzung“, sagt Superintendent Hans-Peter Daub. Er ist zuversichtlich, dass eine systematische energetische Modernisierung sowohl die Budgets der Kirchengemeinden und des Kirchenkreises entlasten wird als auch der Umwelt ein guter Dienst erwiesen werden kann.

Die Gebäude sind in Alter, Größe und Erhaltungszustand sehr unterschiedlich. Den Großteil davon machen Pfarr- und Gemeindehäuser aus. Aber auch 19 Kirchen sind darunter, sowie Kitas und Diakoniesozialstationen. „Viele der Gebäude sind zwischen Ende der 1959er und Mitte der 1970er Jahre entstanden und baulich beziehungsweise energetisch häufig nicht auf dem neusten Stand“, erläutert Ludger Hohmann vom Planungsbüro D:4 aus Berlin. Es wurde damit beauftragt, gemeinsam mit dem Kirchenkreis Rotenburg ein Klimaschutzkonzept zu erarbeiten.

Dafür haben die Mitarbeitenden von D:4 inzwischen die Gebäude besichtigt und ihre Verbrauchsdaten aufgenommen. Die ersten Ergebnisse hat das Büro jetzt in einer Sitzung mit Vertretern des Kirchenkreistags und des Kirchenamts Verden vorgestellt. Fazit: Es kann in den meisten Kirchengemeinden noch eine Menge getan werden. In vielen Fällen würden bereits Fenster- oder Heizungsaustausch und Dämmmaßnahmen helfen. Aber auch eine Umstellung auf Ökostrom verbessert die CO2-Bilanz.

Einige Bemühungen, durch bauliche Maßnahmen den Energieverbrauch zu senken, haben die Fachleute aus Berlin auch feststellen können. „Die waren jedoch alle nur punktuell und nicht systematisch“, erklärt Lohmann. Er und sein Team werden ihre konkreten Ergebnisse in der nächsten Zeit in den Kirchenregionen einzeln besprechen. Sie kennen das Dilemma, in dem die Kirchengemeinden stecken: „Viele bisherige Sanierungen haben vor allem denkmalpflegerische Aspekte in den Vordergrund gestellt. Darüber hinaus haben die Gebäudeverhältnisse – beispielsweise alte Kirchen – eine energiesparende Nutzung häufig sinnlos erscheinen lassen“, erklärt der Immobilienwirt.

Das jetzt anlaufende Klimaschutzkonzept für Immobilien im Kirchenkreis Rotenburg soll im ersten Schritt geeignete energiesparende Maßnahmen für jedes der untersuchten Gebäude aufzeigen. Zum anderen aber auch Empfehlungen beinhalten, wie der Klimaschutz in den Kirchengemeinden und im Kirchenkreis systematisch durch die verantwortlichen Gremien und weitere Akteure umgesetzt werden kann. „Es wird darauf ankommen, Energiesparen im Bewusstsein der Gemeindeglieder zu verankern. Es sollte überall ganz selbstverständlich zum alltäglichen Gemeindeleben dazugehören“, fasst Karin Stegmann vom Bauausschuss des Kirchenkreistags das Anliegen der Klimaschutz-Planungsgruppe zusammen. Deshalb sollen Strukturen erarbeitet werden, die im Kirchenkreis einen nachhaltigen Umgang mit dem Thema Klimaschutz ermöglichen.

Das Klimaschutzkonzept für Immobilien wird zu 50 Prozent aus Mitteln der Nationalen Klimaschutzinitiative des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und Reaktorarbeit gefördert. Von den im Vorfeld vorgenommenen Gebäudeuntersuchungen und Datenaufnahmen ausgenommen ist die Kirchenregion Rotenburg. Dort hat es so eine Untersuchung bereits vor drei Jahren gegeben. Auch die Kirchengemeinde Fintel wurde nicht untersucht, weil sie gerade erst nach energetischen Gesichtspunkten ein neues Gemeindezentrum gebaut hat. In die Erarbeitung eines allgemeinen Klimaschutzkonzepts werden jedoch im Anschluss alle Kirchengemeinden mit einbezogen.