Die Kirche
In Neuenkirchen gab es bereits eine ältere Kirche. Sie war für die große Kirchengemeinde zu klein geworden. Weil zahlreiche Gemeindemitglieder während der Gottesdienste keinen Sitzplatz bekamen, wurde 50 Jahre lang über eine Erweiterung der Kirche oder über einen Neubau gestritten. Am 21. Dezember 1877 beschloss der Kirchenvorstand mit 3:2 Stimmen, eine neue Kirche zu bauen. Über den Abbruch der alten Kirche ist nichts aktenkundig geworden. Der Neubau wurde 1879 begonnen. Bauinspektor Schwägermann aus Stade hatte die Bauzeichnung angefertigt, die Bauleitung lag bei Bauführer Feldkamp. Eine schöne große Kirche im neugotischen Backsteinstil entstand. Im Kirchstuhlregister waren 957 Sitzplätze verzeichnet. Am 25. Sonntag nach Trinitatis, dem 14. November 1880, wurde die Kirche durch Superintendent Kottmeier aus Rotenburg geweiht. Nach Angaben von Pastor Arfken kamen an gewöhnlichen Sonntagen etwa 700 Gemeindmitglieder zum Gottesdienst. Die Gemeindemitgliederzahl betrug damals etwa 2 370. Im Jahre 1882 waren 490 Plätze durch eine jährliche Rente erworben worden. Diese wichtigen Einkünfte dienten zur Finanzierung der Kirche.
Besondere Gegenstände in unserer Kirche
Kreuzigungsgruppe
Zu den ältesten Gegenständen in unserer Kirche gehört die Kreuzigungsgruppe über dem Altar. Ursprünglich hat sie in der alten Kirche auf einem Triumphbogen zwischen Chorraum und Kirchenschiff ihren Platz gehabt, wie man das heute noch in alten Kirchen findet. Erst bei der Kirchenrenovierung 1939 ist sie über dem Altar aufgestellt worden. Die Kreuzigungsgruppe stammt vom Ende des 15. Jahrhunderts.
Bronzetaufbecken
Noch älter als die Kreuzigungsgruppe ist unser Taufbecken. Es handelt sich um einen Bronze-Kessel auf drei Stützfiguren, die angeblich ursprünglich auf einem Bronze-Ring gestanden haben sollen. Da der Bronze-Ring nicht mehr vorhanden ist, wurde ein Sandsteinsockel angefertigt, damit das Taufbecken eine normale Höhe hat. Das Becken trägt eine Inschrift - in Spiegelschrift. Sie lautet: „Orate pro ludeke mils unde sin vrowe" (auf deutsch: Betet für „Ludeke Mils" und seine Frau!). Zeitpunkt der Herstellung: Ende des 14. Jahrhunderts. Damals wurden die Kinder bei der Taufe dreimal ganz im Wasser untergetaucht. Darum war ein Taufbecken so groß.
Grabstein
In der kleinen Eingangshalle gegenüber der Sakristei befindet sich ein Grabstein des ersten lutherischen Predigers, der nach der Reformation im Jahre 1567 nach Neuenkirchen kam und 1597 starb. In der alten Kirche hat der Stein sich in der Nähe des Altars im Fußboden befunden. Er ist deshalb sehr abgetreten, und die Schrift ist nur noch schwer lesbar. Leider hat der Stein jetzt einen Platz, an dem er nicht ohne weiteres von Kirchenbesuchern angesehen werden kann. Wegen seiner Größe (210 x 123 cm) ist er aber woanders — etwa im Turmeingang - nicht unterzubringen.









