Konfirmandenarbeit in Fintel

1. Gemeinsam auf dem Weg – Ziel und Inhalt

Als Kirchengemeinde laden wir junge Menschen ein, gemeinsam zu erfahren und zu fragen, was es bedeutet, getauft zu sein und an Jesus Christus zu glauben. Wir vertrauen darauf, dass er selbst uns auf diesem Weg begleitet – wie er die beiden Jünger begleitet, die gemeinsam unterwegs sind nach Emmaus (vgl. Lukas 24,13-35): Sie sprechen über Jesus und die Bibel. Er geht mit und ist in ihrer Mitte. Zunächst erkennen sie ihn nicht. Als er ihnen das Brot bricht, spüren sie: Jesus lebt! Das erfüllt sie mit Freude und Hoffnung.

Auch in der Konfirmandenzeit gehen wir einen gemeinsamen Weg. Wir sprechen über Jesus, die Bibel und das, was wir erlebt haben. Wir tun das im Vertrauen darauf, dass auch bei uns Jesus mitgeht und er in unserer Mitte ist.

2. Art und Weise – Organisationsform

Mit der Einführung eines neuen Konfirmandenmodells in den letzten Jahren möchte die Kirchengemeinde der heutigen Lebenssituation der Kinder und den Kindern selbst gerechter werden.

2.1 Der Vorkonfirmandenunterricht in der vierten Klasse (KU-4)

Nach dem neuen Unterrichtsmodell beginnen die Kinder mit dem Vorkonfirmandenunterricht, wenn sie in die 4. Klasse kommen. Für den Unterricht mit Kindern in diesem Alter sprechen mehrere Gründe, z.B. folgende:

In den letzten Jahrzehnten ist eine schwindende religiöse Sozialisation zu beobachten, d.h. dass Vorkenntnisse über den christlichen Glauben bei den Konfirmandinnen und Konfirmanden geringer geworden sind.

In der Grundschulzeit sind Kinder zumeist stärker motivierbar, hören gerne Geschichten, beteiligen sich an kreativen Angeboten. Zudem sind sie freizeitmäßig und vor allem schulisch noch nicht ganz so stark eingebunden und gefordert wie in der 7. Klasse. Der für viele erste Kontakt mit Kirche erfolgt nicht mehr im schwierigen Pubertätsalter.

In dieses Unterrichtsmodell sind pro Jahr vier Elternteile einbezogen, die sich ihren Gaben entsprechend in den Unterricht mit einbringen. Der Unterricht wird gemeinsam mit ihnen vorbereitet und durchgeführt. Damit wird ein Stück der religiösen Erziehung wieder an die Familien rückgebunden und es ergeben sich vor allem für kreative Phasen durch eine größere Anzahl von Mitarbeiter/innen mehr Möglichkeiten.

Der Unterricht wird einmal in der Woche (im Moment dienstags von 15.00 – 16.30 Uhr) vom Pastor bzw. der Diakonin gemeinsam mit vier Müttern (bzw. Vätern) durchgeführt.

Die Kinder besuchen zweimal im Monat die Jungschar, die ihrem Alter entsprechende Angebote beinhaltet.

Drei- bis viermal gestalten sie im KU-4-Jahr Familiengottesdienste mit und erfahren so, dass sie Teil der Gemeinde sind. Besonders anschaulich und unmittelbar spürbar wird das in der Feier des Heiligen Abendmahls. Deshalb werden die Konfirmandinnen und Konfirmanden nach einer entsprechenden Einführung im Unterricht zum Abendmahl zugelassen und in Begleitung ihrer Eltern zur Teilnahme an den Abendmahlsfeiern der Gemeinde eingeladen. Aus diesem Grund findet auch die Taufe noch nicht getaufter Konfirmandinnen und Konfirmanden, mit der sie in die Gemeinde aufgenommen werden, im KU-4-Jahr statt.

2.2 Die Zwischenzeit

Da die Kirchengemeinde es als ihre Aufgabe ansieht, die Konfirmandinnen und Konfirmanden gerade auch auf dem schwierigen Weg zum Erwachsenwerden zu begleiten, findet das zweite Jahr des Unterrichts wie gewohnt in der 8. Klasse statt. In der Zwischenzeit halten die Kinder Kontakt zur Kirchengemeinde, indem sie an einzelnen altersgerechten Angeboten teilnehmen (wie z.B. Kindergottesdienst, Familiengottesdienste, Jungschar, Aktionstage) und andere Gemeindegruppen besuchen. Dieses gestreckte Gemeindepraktikum wird auf jährlichen "Punktekarten" dokumentiert und auf die Gesamt-Unterrichtszeit angerechnet.

2.3 Der Hauptkonfirmandenunterricht in der achten Klasse (KU-8)

Auch das zweite Jahr wurde umstrukturiert: Der Hauptkonfirmandenunterricht wird nicht mehr mit wöchentlich einer Stunde erteilt, sondern an neun Konfirmandentagen jeweils einmal im Monat durchgeführt (samstags, 9 – 13 Uhr). Einige Gründe für dieses Modell:

Der Unterricht kann wesentlich ganzheitlicher, d.h. erlebnisorientierter gestaltet werden. Durch die längere Zeit am Stück sind ganz andere Unterrichtsmethoden möglich, die z.B. auf Freizeiten erprobt sind und gut ankommen.

Die Motivation bei einer Stunde wöchentlichem Unterricht im Anschluss an den vormittäglichen Schulunterricht ist häufig sehr gering.

Durch die Einbeziehung jugendlicher Mitarbeiter/innen ist ein Bezug zur gemeindlichen Jugendarbeit hergestellt.

Außerdem besteht dadurch die Möglichkeit, in kleineren Gruppen zu arbeiten.

Zu Beginn des KU-8-Jahres findet eine mehrtägige Freizeit statt, über die vorher an einem Elternabend näher informiert wird.

Die Konfirmandinnen und Konfirmanden nehmen in diesem Jahr mindestens zweimal im Monat an den Gottesdiensten der Gemeinde teil, um damit vertraut zu werden, wie wir gemeinsam Gottes Gegenwart feiern können.

3. Mit Gottes Segen weitergehen – Konfirmation

In der Schlussphase der Konfirmandenzeit findet ein Abschlussgespräch statt, in dem die wesentlichen Inhalte des Unterrichts aufgegriffen werden. Außerdem gestalten die Konfirmandinnen und Konfirmanden einen Gottesdienst mit und stellen sich so der Gemeinde vor (Vorstellungsgottesdienst). Im Konfirmationsgottesdienst wird ihnen der Segen Gottes für ihren weiteren Weg zugesprochen. Diese Gewissheit soll sie begleiten: Jesus Christus ist immer für uns da; er geht mit!

 

Kontakt

Thomas Steinke

Tel. 04265/1212