Die "Arche Brockel" wurde feierlich eingeweiht
29. November 2009
Auf diesen Tag haben die Gemeindeglieder lange gewartet: Nach sechs Monaten des Umbauens und Sanierens wurde am ersten Advent das Gemeindehaus in Brockel wiedereröffnet - passend zum Beginn des neuen Kirchenjahres. "Arche Brockel" heißt das Gemeindezentrum ab sofort.
Mit einer Andacht begann die Feier. Pastor Uwe Keilhack, der zusammen mit Friedrich Rathjen aus Bothel und Bauingenieur Wilfried Wilhelm die Bauleitung inne gehabt hatte, wollte das neue Gemeindehaus als einen Ort des Miteinanders verstanden wissen. In der Arche Brockel sollten Menschen ankommen können; hier sollte man Zuflucht finden können - auch mit den Themen, die anderswo wenig Gehör fänden. Zusammen mit Kirchenvorsteherin Marianne Hoffmann und Pastor Marco Müller betete die Kirchengemeinde um Gottes Segen für die Arbeit, die in den alten und neuen Wänden getan wird, für all das, was von der "Arche Brockel" in Zukunft ausgeht und für die Menschen, die in sie eingehen.
In ihren Grußworten meldeten sich auch die Vertreter der zur Kirchengemeinde gehörenden Ortschaften zu Wort. Bothel, Brockel und Hemslingen hatten durch großzügige Zuschüsse die Finanzierung des Baus erst wasserdich gemacht. Den größten Finanzierungsposten trug der Kirchenkreis Rotenburg, dessen Vertreter Supterintendent Daub in seinem Grußwort erklärte, die Kirche könne sich alte und marode Gebäude schlicht nicht länger leisten: "Wo wir an Gebäuden festhalten, dort müssen diese dann auch wirklich auf dem Stand der Zeit sein." Das trifft in Brockel nun tatsächlich zu, zumal die Installation eines Blockheizkraftwerks, das mit der normalen Heizung quasi "nebenbei" auch noch Strom erzeugt, im Frühjahr folgen soll.
Die Vertreter des Kirchenvorstandes dankten allen, die durch ihr Geld und durch viel ehrenamtliches Engagement den Traum eines neuen Gemeindezentrums haben Wirklichkeit werden lassen. Erinnert wurde auch an die mit 75.000 Euro enorm hoch ausgefallenen Zuschüsse durch die Förderregion Hohe Heide. "Dieses Haus soll allen offen stehen", hießt es, womit auf die Möglichkeit hingewiesen wurde, dass es auch durch örtliche Vereine und öffentliche Gruppen mitgenutzt werden kann.
Die Ooohs und Aaaahs wollten gar kein Ende mehr nehmen, als die Besucher dann das Werk der vergangenen sechs Monate intensiv bestaunten konnten. Über 45 Jahre war so gut wie nichts gemacht worden an dem alten Haus. Die Witterung hatte nicht nur den Fenstern hart zugesetzt, und von Energieeffizienz durfte man in der Kirchengemeinde Brockel gar nicht reden. Mit dem Umbau wurde all dies aufgeholt. Das ganze Haus wurde komplett eingepackt und isoliert, der alte Flachdach-Zwischenbau wurde durch ein wunderbar hohes Foyer mit Satteldach ersetzt. Moderne sanitäre Anlagen wurden genauso eingebaut wie eine völlig neue Küche mit Durchreiche und eine stabile bewegliche Trennwand im großen Saal.
Doch die Arbeiten blieben nicht bei solchen praktischen Neuerungen stehen. Das neue Gemeindezentrum macht wirklich Lust auf mehr - es inspiriert geradezu, neue Projekte in der Kirchengemeinde anzufassen. Wer das neue Haus betritt, sieht sofort den von einem Gemeindeglied gestifteten großen Kaminofen im Foyer, der dazu einlädt zu verweilen. Der große Gemeinesaal wurde so gestaltet, dass er als ein echter Gottesdienstraum wahrgenommen wird. Das künstlerisch gestaltete Holzkreuz aus alten Weidepfählen und einem "Querbalken" in Form von blauen Wasserlinien - passend zur Arche - stiftete die Künstlerin Susanne Hoppe aus Bothel. Neu ist auch der Wanddurchbruch aus dem Saal in den Gemeindegarten mit Terasse; im Wäldchen findet sich eine Lagerfeuerstelle. Wer da nicht selbst schon auf tolle Ideen kommt, sollte Augen und Ohren offen halten, was sich in Zukunft in der Kirchengemeinde Brockel so tut...








