Der Evangelisch-luth. Kirchengemeindeverband Brockel-Kirchwalsede-Visselhövede

Der Kirchenkreis Rotenburg besteht aus fünf Regionen
(Sottrum, Rotenburg, Scheeßel, Schneverdingen und "B-K-V")
Zwei von ihnen (Rotenburg und "B-K-V") haben sich mittlerweile zu Kirchengemeindeverbänden zusammengeschlossen


27. September 2010

Am 1. September 2010 trat die Satzung des Evangelisch-lutherischen Kirchengemeindeverbandes Brockel - Kirchwalsede - Visselhövede in Kraft: Das Gründungsdatum einer neuen Körperschaft öffentlichen Rechts, die die drei souveränen Kirchengemeinden miteinander verbindet. Bereits seit 2003 arbeiteten sie als "Kirchenregion" auf immer mehr Arbeitsfeldern erfolgreich und bereichernd zusammen. Die Grundsätze dieser Kooperation waren in der "Regionalen Vereinbarung" von 2003 niedergelegt. Die Anforderungen an eine möglichst unbürokratische Kooperation und die Chancen, die sich mit der neuen rechtlichen Form boten, führten nach der Kirchenvorstandsklausur aller drei Kirchenvorstände im November 2008 dazu, dass in einer Arbeitsgruppe Schritt für Schritt das Ziel eines Kirchengemeindeverbandes in den Blick genommen wurde.

Kirchenvorstandsklausur in Hermannsburg im November 2009

Die Kirchenvorstandsklausur im Jahr 2009 widmete sich ganz den Verhandlungen zu einer Satzung für den Ev.-luth. Kirchengemeindeverband Brockel - Kirchen - Visselhövede, so dass diese nach Prüfung durch das Landeskirchenamt und das Land Niedersachsen Mitte 2010 unterzeichnet werden konnte.

In luftleerem Raum und trockener Theorie musste all dies nicht geschehen, denn in vielen Bereichen zeigte die Zusammenarbeit nach 7 Jahren beste Früchte:
So hat sich durch das regionale Konfirmandenunterrichtsmodell eine sehr aktive Konfirmanden- und Jugendarbeit etabliert, die erfreulicherweise den sonst oft üblichen "Bruch" zwischen dem reinen Unterricht und den folgenden Angeboten der Evangelischen Jugend zu überwinden half. Durch die Arbeit von Pastor Thom und seinem Redaktionsteam zeigt der seit 2008 ganz und gar regional redigierte Gemeindebrief "Von Turm zu Turm" allen Menschen in den drei Kirchengemeinden das bunte Bild der kirchlichen Angebote in der Region. Ganz bewusst soll den Gemeindegliedern so ermöglicht werden, über die eigenen Gemeindegrenzen hinauszuschauen und an den tollen Angeboten auch der Schwestergemeinden teilzunehmen. Regional gelang es erfreulicherweise, trotz notwendiger Einsparung in den Kirchenbüros im Frühjahr 2008, eine zuverlässige Erreichbarkeit sicherzustellen: In "B-K-V" wurde ein regionales Kirchenbüro eingerichtet, in dem dank der Technik die drei Pfarramtssekretärinnen eng zusammenarbeiten können, obwohl die Büroräume natürlich in den jeweiligen Gemeindehäusern bestehen blieben. An jedem Wochentag werden Telefonanrufe zwischen 10 und 12 Uhr automatisch in das jeweils besetzte Büro umgeleitet. In den meisten Fällen können nun mit Gründung des Verbandes auch über Gemeindegrenzen hinweg Anliegen direkt bearbeitet werden - ob es sich zm Patenscheine handelt, um Pfarramtliche Zeugnisse oder ähnliches.

Doch auch über diese bestehenden Arbeitsfelder hinaus zeigt die Region immer mehr, welche Vorteile die Zusammenarbeit bietet: Diakon Claus Wahlers und Diakonin Hanna Straub-Fechner koordinieren die vielen Seniorengruppen und unterstützen die ehrenamtlichen Leiter/innen in den Dörfern. In der regionalen Dienstbesprechung aller vier Pastor/innen und Diakon/innen werden alle zwei Wochen regionale Belange geklärt. Die enge Zusammenarbeit dieser acht Hauptamtlichen erlaubt es, dass Engpässe zum Beispiel bei Amtshandlungen schnell regional gelöst werden können und dass die Gemeinden in den sonntäglichen Gottesdiensten nicht auf einen Pastor oder eine Pastorin festgelegt sind. "Vielfalt" ist für die Gemeindeglieder wohl einer des offensichtlichsten Pluspunkte, den die Regionalisierung mit sich brachte. So bietet beispielsweise die Kirchengemeinde Visselhövede für die Region an jedem zweiten Freitag im Monat besinnliche Taizé-Andachten an, während Brockel und Kirchwalsede gemeinsam den alternativen Gottesdienst kreuz & quer entwickelt haben, der viermal im Jahr all jene anlockt, die mit traditionellen Formen eher Schwierigkeiten haben.

Mit der Gründung des Verbandes am 1. September 2010 wurde die sich längst auf einem guten Weg befindende Kooperation juristisch und verwaltungstechnisch auf neue Beine gestellt. Für die Gemeindeglieder ändert sich nichts - schon gar nicht müssen sie befürchten, dass die eigene Kirchengemeinde ihre Souveränität verliert. "Die Kirche soll im Dorf bleiben", war immer eines der Ziele in den Verhandlungen hinsichtlich der Satzung des Verbandes. Wichtig erscheint es allen, dass die Nähe zu den Gemeindegliedern nicht aufgergeben wird.

Die Leitung des Kirchengemeindeverbandes übernimmt nach seiner konstituierenden Sitzung am 29. September 2010 der Verbandsvorstand, der aus sieben stimmberechtigten Mitgliedern besteht (siehe Kasten rechts).

Marco Müller