Zeittauschbörse lädt ein zum offiziellen Start

Gruppenbild vor dem Kaufhaus Rotenburg mit Wilfried Hartmann, Manfred Kröger, Hans-Peter Daub und Manuela Rothacker.

Der Startschuss zur Rotenburger Zeittauschbörse fällt – darauf machen Initiator Wilfried Hartmann (Mitglied Auferstehungsgemeinde), Manfred Kröger (Karo), Superintendent Hans-Peter Daub und Manuela Rothacker (Beschäftigte im Karo) aufmerksam Foto: Woyke

27.05.2010

Weil jeder etwas kann

Rotenburger Zeittauschbörse startet / Info-Abend am Donnerstag, 3.6.

Die erweiterte Nachbarschaftshilfe – genau sie ist das Prinzip, das hinter der Rotenburger Zeittauschbörse steckt. Nachdem die Idee bereits im Januar öffentlich vorgestellt wurde, fällt nun der Startschuss – und zwar mit einem Info-Abend am kommenden Donnerstag, 3. Juni, 18 Uhr.

Wie das Projekt funktioniert, darüber informierten jetzt Initiator Wilfried Hartmann (Mitglied der Auferstehungsgemeinde), Manfred Kröger (Herbergsverein/Projektleiter Kaufhaus Karo) und Superintendent Hans-Peter Daub (Kirchenkreis). Sie beziehungsweise die entsprechenden Institutionen hinter ihnen sind es, die die Börse auf die Beine stellen. Eine solche für Rotenburg ins Leben zu rufen, kam bei einer Aktion der Auferstehungskirche auf, bei der Freiwillige Menschen besuchten, um zu fragen, was sie innerhalb der Gemeinde beschäftigt. Und dabei wurde auch der Wunsch nach einer Zeittauschbörse geäußert.

Und so geht’s: Frau Schmitt hat Spaß daran, mit Hunden spazierenzugehen. Opa Erwin liest Kindern gerne Märchen vor. Und in kleinen Reparaturen ist Herr Jansen ein Ass. Was den drei fiktiven Personen gemeinsam ist: Sie möchten ihr Können gerne anderen zur Verfügung stellen. Genau damit sind sie bei der Börse richtig. Denn in ihr werden Dienstleistungen ohne Geld zwischen den Mitgliedern getauscht. Das ist einerseits praktisch, andererseits macht es Spaß und es entstehen neue Kontakte.

Das System: Jedes Mitglied hat ein Zeitkonto. Pro geleisteter Arbeit wird eine Punktegutschrift vorgenommen. Egal, welche Art von Tätigkeit geleistet wird: Eine Viertelstunde entspricht immer einem Punkt. Das Konto kann durch eigene Dienste gefüllt und durch Inanspruchnahme anderer geleert werden. Sammeln kann man bis zu einer Obergrenze von 100 Punkten. Fallen durch besonders reges Mitmachen mehr an, kommen diese einem Sozialfonds zugute. Daraus dürfen in Ausnahmefällen Personen Leistungen beziehen, die aus speziellen Gründen keine Fähigkeiten in die Börse einbringen können.

Eine finanzielle Gewinnerzielungsabsicht gibt es nicht. Alle haben die Chance, ihre ganz eigenen Fähigkeiten einzubringen. "Weil jeder etwas kann“, sind die Initiatoren überzeugt. Und durch die Börse ist es möglich, dass Menschen "jenseits des geldorientierten Markts“ zueinander kommen, so Daub.

Was gesucht und geboten wird, ist nach dem Startschuss in einer Liste zu finden, die im Internet abrufbar oder an verschiedenen Stellen ausgelegt ist. Ein Beitrag fürs Mitmachen wird nicht erhoben. Sponsoren wie die Stadtwerke, die zwei Rotenburger Rotary-Clubs und die Sparkasse Rotenburg-Bremervörde unterstützen das Projekt.

Am Donnerstag, 3. Juni, 18 Uhr, findet im Kaufhaus Karo ein Info-Abend statt, zu dem alle Interessierten eingeladen sind. Dort werden noch einmal Details vorgestellt.

Im Karo steht übrigens auch der PC, auf dem das Punktekonto geführt wird. Ein Ansprechpartner, der Fragen zur Börse beantworten kann, ist immer dienstags, 16 bis 18 Uhr, und freitags, 10 bis 12 Uhr, vor Ort. Anmeldungen für die Börse können ansonsten auch während der normalen Öffnungszeiten (dienstags bis freitags 10 bis 18 Uhr, samstags 10 bis 13 Uhr) abgegeben werden.

Alle 14 Tage wird es Treffen geben, um Mitstreiter kennenzulernen und Vertrauen zu ihnen aufzubauen – und zwar in den Räumen der Geso in der Nordstraße 3. Die Termine: jeden zweiten Mittwoch im Monat von 15 bis 16 Uhr und jeden vierten Mittwoch im Monat von 20 bis 21 Uhr. Das erste Treffen findet am 23. Juni statt.

Näheres gibt es auf http://www.kirche-rotenburg.de/?id=1853. Dort sind auch alle Formulare zu finden. Das Karo ist unter Telefon 04261/8400860 erreichbar.

aus: Rotenburger Rundschau, 30. Mai 2010, Wibke Woyke

 

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