Weiches, rundes Klangbild wiederherstellen

Pastor Egbert Rosenplänter sitzt am Spieltisch der Ahauser Orgel.

Pastor Egbert Rosenplänter wird beim Konzert in der Ahauser Kirche die romantische Röver-Orgel spielen.

01.09.2011

Am Tag des Denkmals, Sonntag, 11. September, lädt die Kirchengemeinde Ahausen zu einer Orgelführung mit anschließendem Konzert in die Marienkirche ein. Beginn ist 17 Uhr.
„Unsere Orgel ist eine kleine Kostbarkeit. Und ich glaube, dass ist vielen gar nicht so bewusst“, sagt Pastor Egbert Rosenplänter. Der Theologe hat eine sehr enge Beziehung zu dem Instrument, weil er selbst passionierter Organist ist. So wird er während des Konzerts die Orgel spielen. Heike Bolz singt dazu Lieder und Arien, so dass die Orgel auch als Begleitinstrument zu hören ist.
Das Ahauser Instrument wurde 1863 vom Stader Orgelbauer Johann-Hinrich Röver errichtet. Diese Zeit fiel kulturgeschichtlich in die Epoche der Romantik. Das Klangideal jener Zeit war eher weich und rund. Und dieses Klangbild ist bei dem Röver-Instrument in Ahausen auch noch gut zu erkennen.
Doch es hat im Laufe seines fast 150-jährigen Lebens auch gelitten. Am meisten durch eine misslungene Restaurierung im Jahr 1933. „In der Zeit bevorzugte man einen hohen, beinahe schrillen Klang“, erläutert Rosenplänter. Die barocken Orgeln aus der Epoche zwischen 1600 und 1750, so wie man sie damals verstand, galten als das Maß aller Dinge. 1975 wurde die Orgel durch Martin Haspelmath restauriert und weitgehend in den alten Stand versetzt. Nur zwei Register wurden aus dem Umbau von 1933 übernommen. Sie fallen deutlich durch ihren harten Klang auf.
Über diese und weitere Besonderheiten wird Rosenplänter am Tag des Denkmals sprechen und sie mit Klangbeispielen verdeutlichen.
Und er möchte ein Bewusstsein dafür schaffen, dass die Röver-Orgel im Kirchenkreis etwas besonderes ist. „Unser Kirchenkreis ist nicht gerade reich an Orgeln aus dieser Zeit“, sagt der passionierte Musiker. Lediglich in Brockel und Kirchwalsede stehen noch zwei weitere Instrumente aus der Mitte des 19. Jahrhunderts.
Das nächste große Projekt, was sich der Kirchenvorstand vorgenommen hat, ist die Renovierung des Kleinods. Dabei soll es nicht nur darum gehen, verschlissene Teile auszubessern. „Wir möchten den ursprünglichen Klang des Originals wiederherstellen“, erklärt Rosenplänter. Dazu sollen die zwei Register von 1933 ausgebaut und die ursprünglichen wieder eingesetzt werden. „Wir können uns orientieren an einer Röver-Orgel in Kirchwistedt, die man noch im Original hören kann“, sagt Rosenplänter.
Eine erste Planungsphase hat begonnen „Und wir müssen uns die Frage stellen, wie wir das alles finanzieren wollen“, sagt der Gemeindepastor. Eine Vorstellung davon, wie lange es von der Planung bis zur Realisierung dauern wird, hat er nicht. Sein Anliegen ist es zunächst, den Ahausern und allen weiteren Interessierten aus dem Kirchenkreis am Tag des Denkmals die Besonderheiten des Instruments in seinem jetzigen Zustand zu präsentieren.
Eine Übersicht über alle Orgeln im Kirchenkreis Rotenburg gibt es unter www.kirche-rotenburg.de/kirchenkreis/kirchenmusik/orgeln-im-kirchenkreis

 

 

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