Vortrag über die Situation von Roma-Flüchtlingen
Im Rahmen der Wanderausstellung „Ohne Heimat“ laden die Organisatoren zu einem Vortrag über die Situation von abgeschobenen Roma ein. Am Dienstag, 17. August, wird Bastian Wrede vom Niedersächsischen Flüchtlingsrat von 19.30 Uhr an im Ratssaal des Rathauses in Rotenburg von seinen Eindrücken von einer Reise nach Serbien berichten. Viele Fotos, die der Referent dort aufgenommen hat, werden seine Ausführungen anschaulich ergänzen.
Am Beispiel von Einzelfällen will Wrede zeigen, woher die Menschen gekommen sind und wie ihr Leben nach der Abschiebung in den Kosovo, nach Montenegro oder Serbien aussieht.
„Nach der Darstellung von Politik und Behörden handelt es sich bei der Abschiebung von Roma um einen gewöhnlichen Verwaltungsakt, von der nur Personen betroffen seien, die wegen schlechter Integration kein Bleiberecht nach der Altfallregelung bekommen hätten“, sagt Wrede. Doch in seinem Vortrag möchte der Referent die Distanz verringern und von der Abschiebepolitik im Ganzen auf Einzelfälle fokussieren. Dabei wird deutlich, wie dieser Verwaltungsakt die Roma entwurzelt, die vielfach seit mehr als 20 Jahren in Deutschland lebten und teilweise sogar hier geboren wurden, wie sehr er sie heimatlos macht und sie einem Leben im Elend aussetzt. „Die Abschiebungen vollziehen sich als gewaltsame Deportationen“, sagt Wrede.
Für die Organisatoren der Fotoausstellung „Ohne Heimat“, die noch bis zum Donnerstag, 26. August, im Foyer des Rotenburger Rathauses zu sehen sein wird, ist klar, dass diese Abschiebepraxis dringend überdacht werden muss. „Es geht hier immer um Einzelschicksale und die humanitären Aspekte dürfen nicht außer Acht gelassen werden“, sagt Andrea Wessel, Migrationsberaterin im Diakonischen Werk des Kirchenkreises Rotenburg, das zusammen mit dem Ökumenischen Arbeitskreis Asyl Rotenburg die Wanderausstellung nach Rotenburg geholt hat. „Ich freue mich schon auf den Vortrag, denn ich glaube, er zeigt sehr plastisch, was Menschen durch unsere Abschiebungsregelung angetan wird.“


