Kirchenkreistag verabschiedet Stellen- und Finanzplan

Hans-Peter Daub steht inmitten einer Gruppe von sitzenden Zuhörern und spricht.

Superintendent Hans-Peter Daub stellt den Mitgliedern des Kirchenkreistages die Ergebnisse der Beratungen des Stellen- und Finanzplans für die kommenden vier Jahre vor.

27.01.2012

Ein intensiver Arbeitsprozess liegt hinter den Mitgliedern des Kirchenkreistags Rotenburg und vielen interessierten Gemeindegliedern. Während der jüngsten Sitzung des Kirchenkreistages verabschiedeten sie einstimmig die Stellen- und Finanzplanung für den Zeitraum 2013 bis 2016. Dabei muss der Kirchenkreis knapp 130.000 Euro weniger Zuweisungen der Landeskirche verkraften.
Für die Stärkung des Ehrenamtes wird ein Budget von 36.000 Euro jährlich bereitgestellt. Davon könnten Beauftragte bezahlt werden, die in den Regionen die Arbeit koordinieren. Für die Förderung der Popularmusik in der Kirche will der Kirchenkreis 2.500 Euro pro Jahr zur Verfügung stellen. Ein Budget für Projekte wie „Kultur und Bildung“ oder „Kirche und Schulen“ soll mit 3.500 Euro pro Jahr ausgestattet werden. Da durch die Verlegung des Kirchenkreisamtes nach Verden einiges an zusätzlicher Arbeit vor Ort durch das Ephoralbüro erledigt werden muss, wird die dortige Arbeitsstelle um 5,75 Stunden aufgestockt (Kosten: 5.950 Euro pro Jahr).
Dazu gab es einen Entwurf für die Finanzplanung, die zum Ausgleich des Haushaltes Einschnitte im Stellenplan unvermeidlich macht. Vorgabe: Im Bereich Kirchenmusik und Jugendarbeit sind die im vergangenen Planungszeitraum vorgenommenen Anpassungen gut etabliert. Dort soll es keine Veränderungen geben. Und: Auch bei den unterstützenden Diensten (Pfarrsekretariate und Küsterwesen) ist keine Einsparung mehr möglich. Die soll durch die Weiterentwicklung des Konzepts und kreative Lösungen bei zu erwartenden Verrentungen von Mitarbeitern im Diakonischen Werk erreicht werden (knapp 100.000 Euro). Außerdem wird im gemeinsamen Kirchenkreisamt der Kirchenkreise Rotenburg und Verden ein Fusionseffekt von gut 35.000 Euro erwartet. Die Sachmittel können um 16.700 Euro reduziert werden, weil an gewissen Punkten zusätzliche Einnahmen herausgehandelt werden konnten. Schließlich bleibt eine Lücke von rund 61.000 Euro, die durch die Reduzierung von drei Viertel-Pfarrstellen erreicht werden soll. Wo die Stellen gekürzt werden, soll vom Planungsausschuss gemeinsam mit den Kirchenvorstandsvorsitzenden diskutiert und auf einer Sondersitzung des Kirchenkreistages am 1. März entschieden werden. Erste Ideen wurden bereits durchgerechnet. Maßgabe des Superintendenten: „Die Lösungen müssen gerecht und solidarisch sein.“ Das bedeutet, die Kürzung in einer Kirchengemeinde muss in der Region aufgefangen werden können, sodass am Ende alle in etwa die gleichen Belastungen tragen. Zusätzlich muss in einigen Regionen noch die Vorgabe für den laufenden Planungszeitraum erfüllt werden. Da fallen bis Ende des Jahres insgesamt noch 1,25 Pfarrstellen weg.
Der Kirchenkreistag hatte sich sehr langfristig mit dem Thema befasst. Bereits im November 2010 war eine Steuerungsgruppe gebildet worden. Das Ziel war, pauschale Kürzungen der Haushaltsstellen zu vermeiden und stattdessen Schwerpunkte zu  bestimmen und von den Inhalten her zu planen. Im Juni gab es dann eine Zukunftswerkstatt mit vielen Teilnehmern aus unterschiedlichsten Arbeitsfeldern des kirchlichen Lebens, die sich Gedanken dazu machten, welche Prioritäten Kirche in den nächsten fünf Jahren setzen sollte. Auch einem Kirchenkreistag im September wurden die Vorschläge aus der Zukunftswerkstatt gewichtet und die Ergebnisse der sehr offen geführten Diskussion in das enge Korsett der Vorgaben der Landeskirche eingepasst. Im November erfolgte ein weiterer Planungsworkshop.
Beim jüngsten Kirchenkreistag lagen den Mitgliedern die sogenannten Grundstandards vor, die verbindliche Zielaussagen zu den sieben Themenfeldern Verkündigung, Gottesdienst und Seelsorge, Kirchenmusik und kirchliche Kulturarbeit, kirchliche Bildungsarbeit, kirchliche Arbeit mit Kindern und Jugendlichen, Diakonie, Leitung des Kirchenkreises sowie Verwaltung des Kirchenkreises enthielten. „Wir verpflichten uns auf diese Ziele und zur Umsetzung der vorgesehenen Maßnahmen. Allerdings verzichten wir auf eine zeitliche Festlegung“, erklärte Superintendent Hans-Peter Daub in seiner Zusammenfassung der Beratungsergebnisse.
Planungsausschussvorsitzender Thorsten Tillner lobte die Arbeit des Kirchenkreistages: „Im Vergleich zu anderen Kirchenkreisen stehen wir jetzt vor einer überschaubaren und leistbaren Aufgabe, weil wir uns in den zurückliegenden Jahren gut an die Vorgaben gehalten und uns nicht vor unbequemen Entscheidungen gedrückt haben.“ Er freut sich, dass der Kirchenkreis sogar den Mut aufbringt, trotz des finanziellen Drucks auch neue Dinge wachsen zu lassen.
Die vorgelegte Planung fand die uneingeschränkte Zustimmung der Mitglieder des Kirchenkreistages. Daub: „So kann es gelingen, nicht allein Kürzungen zu beklagen, sondern den Wandel zu gestalten.“

 

 „Ein Glücksfall für den Kirchenkreis“

Das Diakonische Werk des Kirchenkreises Rotenburg hat einen neuen stellvertretenden Geschäftsführer: Benjamin Haase wurde während eines Festgottesdienstes zu Beginn der jüngsten Sitzung des Kirchenkreistages in sein Amt eingeführt.
Superintendent Hans-Peter Daub, Pastor Marco Müller aus Brockel, Hartmut Ladwig als Kirchenkreistagsvorsitzender und Geschäftsführer des Diakonischen Werkes, und der Vater von Benjamin Haase sprachen den Segen zur Einführung, nachdem Daub in seiner Predigt davon gesprochen hatte, welch ein Glücksfall Haase für den Kirchenkreis sei: „Er kennt die Region, weil er von hier stammt, passt prima ins Team der Ehe-, Erziehungs- und Lebensberatung, weil er als Psychologe im Bereich Kinder- und Jugendarbeit ausgebildet ist und dort auch tätig sein wird, und er ist kirchlich tief verwurzelt.“


Hartmut Ladwig (links) und Superintendent Hans-Peter Daub (rechts) führten Benjamin Haase ins Amt ein     

 

 

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