Kirche 2020: Ich rede mit!
Soll Kirche politisch Stellung beziehen, oder vor allem vom Glauben reden? Gehört die Gemeindearbeit vor Ort gestärkt oder ist die Förderung größerer Einzelprojekte gefragt? Wofür soll die Kirche vor Ort in den nächsten fünf Jahren ihr Geld ausgeben?
Auf diese und viele weitere Fragen sucht der Kirchenkreis Rotenburg Antworten. Dabei möchte er viele Menschen einbeziehen. Zu Freitag, 24., und Samstag, 25. Juni, lädt er deshalb alle Interessierten zu einer Zukunftswerkstatt in das Haus Niedersachsen der Rotenburger Werke in der Lindenstraße ein. „Kirche 2020: Ich rede mit“, lautet das Motto der Veranstaltung.
„Es sind spannende Fragen und es ist ein spannendes Verfahren. Wir möchten Kirche in der Region so gestalten, dass möglichst viele sich angesprochen fühlen und darin wiederfinden“, sagt Superintendent Hans-Peter Daub. Deshalb sind auch diejenigen herzlich eingeladen, die die Angebote der Kirche zur Zeit nicht so sehr annehmen. Unter der Moderation von Jürgen Berenfänger, der bereits viele Kommunen bei der Umsetzung von Bürgerbeteiligung unterstützt hat, wird es den Teilnehmenden leicht gemacht, ihre Ideen zu entwickeln und in Worte zu fassen.
Konkreter Anlass dafür, diesen Planungsprozess jetzt anzustoßen, ist die Aufforderung der Landeskirche Hannovers an alle seine Kirchenkreise, bis Ende des Jahres die Vorhaben und Ziele für den Planungszeitraum 2013 bis 2016 vorzulegen. In dieser Zeit wird eine Budgetkürzung von vier Prozent auf die Kirchenkreise zukommen.
„Das soll kein finanz-getriebener Prozess werden, sondern ein inhaltlicher“, sagt Thorsten Tillner, Vorsitzender des Planungsausschusses des Kirchenkreistags, der in der Steuerungsgruppe die Zukunftswerkstatt mit vorbereitet hat. „Sicher ist, dass die Ergebnisse aus dem Wochenende verbindlich in die Planung mit einfließen werden.“
Das macht in den Augen des Vorbereitungsteams die Veranstaltung so attraktiv. „Wir hoffen, dass auch gerade Jugendliche oder junge Eltern mit dabei sein werden, denn die Jugendarbeit gehört in das Konzept mit hinein. Hier kann man beispielsweise konkret seine Wünsche für den Konfirmandenunterricht loswerden“, sagt Sabine Ahua, Diakonin im Kirchenkreisjugenddienst.
Der Kirchenkreis Rotenburg hat bereits gute Erfahrungen mit einer breiten Beteiligung an Planungsprozessen. Für den gerade aktuellen Planungszeitraum waren Budgetkürzungen von zwölf Prozent zu berücksichtigen. Damals ging den konkreten Planungen ein Leitbildprozess voraus, bei dem mehr als 100 Personen beteiligt waren. Anschließend entwickelte der Kirchenkreistag als Ganzes und nicht nur der Finanzausschuss die konkrete Umsetzung.
„So ein Planungsprozess schafft Möglichkeiten für etwas Neues. Wir setzen gemeinsam die Schwerpunkte und schauen, wofür wir das Geld ausgeben wollen“, sagt Tillner.
Wer Interesse an der Mitarbeit in der Zukunftswerkstatt hat oder dazu mehr Informationen wünscht, kann sich in der Superintendentur des Kirchenkreises Rotenburg melden unter Telefon: 04261/840884 oder im Internet schauen unter http://www.kirche-rotenburg.de/?id=2076. Dazu liegen Flyer in jeder Kirchengemeinde aus.


