Für den Umzug alles bestens vorbereitet
Die Umzugskartons stapeln sich im Flur, es wird aufgeräumt, alte Akten vernichtet: Die neun Mitarbeitenden des Kirchenkreisamtes Rotenburg bereiten sich auf den Umzug in das neue Verwaltungsgebäude vor. Es befindet sich in Verden in der Lindhooper Straße 103. Nicht nur weitere Wege müssen die Mitarbeitenden zukünftig in Kauf nehmen. Auch neue Kollegen und neue Strukturen werden sie in Verden vorfinden.
Die Kirchenkreisämter Rotenburg und Verden fusionieren zu einem gemeinsamen Kirchenamt. Auch erste Teile der Verwaltung des Kirchenkreises Osterholz-Scharmbeck werden dazugehören. „Bereits 2004 hat die Landessynode beschlossen, dass die Verwaltungsstellen der gut 40 Kirchenkreise auf unter 20 reduziert werden sollen“, erklärt der Leiter des gemeinsamen Kirchenamtes, Martin Brosenne, der seit zweieinhalb Jahren auch die kommissarische Leitung in Rotenburg innehat. Das so genannte Kirchenparlament der evangelischen Landeskirche Hannovers reagierte damit auf sinkende Mitgliederzahlen, die weniger Personal in den Verwaltungen nötig machten.
„Wenn die Personaldecke zu dünn wird, ist sie nicht mehr richtig arbeitsfähig. Ist beispielsweise der Fachmann für Bau und Liegenschaften in Urlaub und sein Stellvertreter erkrankt, ist das schon ein Problem in den kleinen Ämtern“, sagt Brosenne. Deshalb haben 2009 die Kirchenkreistage von Verden und Rotenburg die Fusion ihrer Verwaltungen beschlossen. Weil sich damals bereits abzeichnete, dass sich auch der Kirchenkreis Osterholz-Scharmbeck anschließen wird, musste ein Gebäude gefunden werden, das Platz für mehr als 30 Mitarbeitende bieten würde.
„Das war eine schwierige Suche“, erinnert sich Dieter Rathing, Superintendent des Kirchenkreises Verden. Zahlreiche Ideen wurden geprüft und verworfen. Dann bot sich die Gelegenheit, das alte Verwaltungsgebäude der Masterrind GmbH zu kaufen. „Der große Vorteil ist, dass es ein bestehendes Bürogebäude ist. Der Renovierungsaufwand konnte sich so in Grenzen halten“, sagt Rathing.
Die Kosten für Kauf und Renovierung belaufen sich auf rund 1,9 Mio Euro. Die Landeskirche beteiligt sich mit 850.000 Euro, die Kirchenkreise Rotenburg und Verden steuern 400.000 bzw. 700.000 Euro bei. Wenn der Kirchenkreis Osterholz-Scharmbeck endgültig eingestiegen ist, wird er einen Anteil erstatten. Zunächst einmal wechselt von dort nur die Personalabteilung in die Domstadt. Das Gebäude Am Kirchhof 12 wird von den Rotenburger Werken angemietet werden.
Nach den schwierigen Jahren der Suche nach den richtigen Fusionspartnern und dem passenden Standort, freut sich Brosenne jetzt auf den Umzug. „Die Stimmung war zwischenzeitlich auch angespannt, weil vieles unklar war.“ Der Kirchenamtsleiter freut sich, dass alle Mitarbeitenden ihre Stellen in vollem Umfang behalten können. Die Rotenburger Kollegen und später die aus Osterholz-Scharmbeck müssen allerdings erheblich längere Fahrtzeiten in Kauf nehmen.
Dass sich die Kirchenkreise auf Verden als Standort geeinigt hatten, liegt auch an seiner günstigen Verkehrsanbindung.
Die zunächst rund 30 Mitarbeitenden, die ab dem 1. April ihre gemeinsame Arbeit aufnehmen werden, sind gut vorbereitet. Bereits im Vorfeld haben sie sich kennengelernt und in kleinen Arbeitsgruppen die Zusammenarbeit geplant. „Das war eine Mammutaufgabe“, erinnert sich Brosenne. So hatten beide Kirchenkreisämter beispielsweise verschiedene Finanzwesenprogramme verwendet. Alles musste sinnvoll zusammengeführt werden. „Wir gründeten sogar eine kleine Arbeitsgruppe, die sich um das kollegiale Umfeld gekümmert hat: Ausflüge, Geburtstage, Tippgemeinschaften. Jetzt steht alles so, wie wir es haben wollen.“
Auch die Superintendenten aus Verden und Rotenburg freuen sich über die geglückte Fusion der Kirchenkreisämter. „Wir haben es geschafft, mit einer vertretbaren Investition heute, zukunftsfähige Verwaltungsstrukturen unter einem Dach zu schaffen“, sagt Hans-Peter Daub, Superintendent in Rotenburg. Eine Fusion der Kirchenkreise ist indes nicht geplant. „Die Landeskirche sieht Fusionen bei Kirchenkreisen vor, die weniger als 40.000 Mitglieder haben“, erläutert Daub. Davon sind Verden mit seinen 70.000 Mitgliedern, Rotenburg mit rund 63.000 und Osterholz-Scharmbeck mit knapp 60.000 weit entfernt.
Auch die Superintendenten aus Verden und Rotenburg freuen sich über die geglückte Fusion der Kirchenkreisämter. „Wir haben es geschafft, mit einer vertretbaren Investition heute, zukunftsfähige Verwaltungsstrukturen unter einem Dach zu schaffen“, sagt Hans-Peter Daub, Superintendent in Rotenburg. Eine Fusion der Kirchenkreise bedeutet das aber nicht. „Die Landeskirche sieht gegenwärtig Fusionen bei Kirchenkreisen vor, die weniger als 40.000 Mitglieder haben“, erläutert Daub. Davon sind Verden mit seinen 70.000 Mitgliedern, Rotenburg mit rund 63.000 und Osterholz-Scharmbeck mit knapp 60.000 noch entfernt. „In jedem Fall werden wir aber auch auf anderen Gebieten zukünftig stärker kooperieren und, wo immer es sinnvoll ist, unsere Kräfte bündeln.“


